Gegen bekannte Extremwerte plausibilitätsprüfen

Prüfe deine Schätzung gegen die eindeutig zu hohen und zu niedrigen Grenzen, um deine Bandbreite zu kalibrieren.

Why it works

Selbst wenn die genaue Schätzung unbekannt ist, sind die Extreme oft erkennbar: Die Zahl der Klavierstimmer in Chicago kann nicht null und nicht zehn Millionen sein. Die Schätzung von beiden Seiten zu begrenzen schränkt die plausible Bandbreite ein und fängt Antworten ab, die durch einen Fehler in der Zerlegung aus dem plausiblen Bereich abdriften. Die Grenzen liefern eine Konsistenzprüfung, ohne die Antwort selbst zu erfordern.

How to do it

  1. Nach der ersten Schätzung fragen: Wie niedrig könnte es plausibel sein? Wie hoch?
  2. Identifizieren, was wahr sein müsste, damit die Antwort an jedem Extrem liegt.
  3. Prüfen, ob die Schätzung innerhalb der plausiblen Bandbreite liegt.
  4. Liegt sie nahe an einem Extrem, den Zerlegungsschritt erneut prüfen, der sie dorthin treibt.

Evidenz

Begrenzungstechniken sind ein Standardelement in Expertenschätzung und Risikoanalyse. Sie reduzieren den Einfluss von Selbstüberschätzung und Ankerung, indem sie zwingen, sich mit den Rändern der Verteilung auseinanderzusetzen, bevor man sich auf eine zentrale Schätzung festlegt. (mechanistic)

Plausibilitätsprüfungen fangen große Fehler, aber nicht kleine – eine Schätzung kann den Extremtest bestehen und trotzdem erheblich daneben liegen. Sie sind eine Mindestprüfung, keine Verifikation.

Häufiger Fehler

Die Grenzen symmetrisch um die zentrale Schätzung setzen (z. B. ±50 %), statt unabhängig zu überlegen, was wahr sein müsste, damit die Extremfälle zutreffen.

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