Die Funktion der Gewohnheit beurteilen, bevor man versucht, sie zu stoppen

Was gibt dir die Gewohnheit? Die konkurrierende Reaktion muss dasselbe zugrunde liegende Bedürfnis erfüllen.

Why it works

Viele repetitive Verhaltensweisen erfüllen eine Funktion – Stressregulation, sensorische Stimulation, Langeweile-Linderung oder Angstreduktion. Eine konkurrierende Reaktion, die die motorische Handlung blockiert, aber die zugrunde liegende Funktion nicht adressiert, erzeugt Druck, der sich einen anderen Ausweg sucht. Funktionale Beurteilung identifiziert, was die Gewohnheit tatsächlich tut, damit der Ersatz es auch tun kann.

How to do it

  1. Verfolge, was auf die Gewohnheit folgt – fühlst du dich weniger ängstlich? Wacher? Vorübergehend erleichtert?
  2. Bestimme, wann sich die Gewohnheit häuft: bei Konzentration, Langeweile, sozialem Stress oder Übergangsmomenten.
  3. Wähle eine konkurrierende Reaktion, die möglichst ähnliche sensorische oder emotionale Wirkung bietet.
  4. Dient die Gewohnheit der Angstregulation, kombiniere die konkurrierende Reaktion mit langsamem Atmen, um diese Funktion zu adressieren.

Evidenz

Funktionale Beurteilung ist Standard in der angewandten Verhaltensanalyse und aus diesem Grund in moderne HRT-Varianten (Comprehensive Behavioral Treatment, ComB) integriert. Die Anpassung der Intervention an die Funktion verbessert die Ergebnisse im Vergleich zu funktionsblinden Ansätzen. (clinical)

Funktionsbasierte Anpassung ist klinischer Konsens für BFRBs; ob sie die Ergebnisse bei nicht-klinischen Alltagsgewohnheiten signifikant verbessert, ist plausibel, aber weniger direkt getestet.

Quellen

Häufiger Fehler

Eine konkurrierende Reaktion allein aufgrund physischer Inkompatibilität zu wählen, ohne zu prüfen, ob sie das funktionale Bedürfnis erfüllt – man unterdrückt das Verhalten, aber das Bedürfnis kommt wieder hoch.

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