Mentale Subtraktion eines positiven Ereignisses

Stelle dir lebhaft vor, wie dein Leben aussähe, wenn eine bestimmte gute Sache nie geschehen wäre.

Why it works

Hedonische Anpassung unterdrückt die emotionale Reaktion auf konstante positive Reize; das Gehirn registriert Veränderung, nicht stabile Zustände. Mentale Subtraktion erzeugt einen vorübergehenden psychologischen Kontrast: Die lebhaft vorgestellte Abwesenheit lässt die tatsächliche Anwesenheit wie eine Neuankunft erscheinen und stellt das Neuheitssignal wieder her, das emotionale Registrierung antreibt. Deshalb übertrifft diese Übung additive Dankbarkeitslisten – Kontrast, nicht Aufzählung, ist, worauf das Aufmerksamkeitssystem reagiert.

How to do it

  1. Wähle ein positives Ereignis oder eine Beziehung in deinem Leben – eine Person, eine Gelegenheit, einen Wendepunkt.
  2. Schreibe 5 Minuten lang in konkreten Details, wie dein Leben aussähe, wenn diese Sache nie geschehen wäre.
  3. Sei konkret: anderer Job, andere Stadt, andere Fähigkeiten, andere Beziehungen.
  4. Beende die Subtraktion, kehre zu deinem tatsächlichen Leben zurück und lass den Kontrast 2–3 Minuten wirken, bevor du einen Satz darüber schreibst, was du schätzt.

Evidenz

Ein kontrolliertes Experiment fand, dass mentale Subtraktion eines positiven Ereignisses stärkeren positiven Affekt erzeugte als mentale Addition (Nachdenken darüber, wie das Ereignis geschah). Der Kontrastmechanismus ist die vorgeschlagene Erklärung, im Einklang mit der Forschung zu hedonischer Anpassung. (rct)

Die RCT maß kurzfristigen positiven Affekt; ob wiederholte Praxis dauerhafte Einstellungsverschiebungen erzeugt, wurde nicht in einer Langzeitstudie festgestellt.

Quellen

  • Koo, Algoe, Wilson & Gilbert (2008), It’s a wonderful life: mentally subtracting positive events improves people’s affective states, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Die Subtraktion zu kurz oder abstrakt durchzuführen ("es wäre schlechter") – der Mechanismus erfordert ein lebhaftes, konkretes Vorstellen des veränderten Lebens, keine vage Anerkennung, dass Dinge anders sein könnten.

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