Ein Pre-Mortem aus der Außenperspektive durchführen

Stell dir vor, das Projekt sei gescheitert — frag dann, welcher Basisraten-Misserfolgstyp es verursacht hat.

Why it works

Ein Standard-Pre-Mortem fragt "warum ist das gescheitert?" Gary Klein zeigte, dass das die Bindung der Gruppe an den Plan lockert und Risiko sichtbar macht. Es mit Außenperspektive-Denken zu kombinieren schärft es: Statt neuartige Misserfolgsmodi zu erfinden, frag, welche bekannten Misserfolgskategorien (die in der Referenzklasse auftauchen) den vorgestellten Misserfolg verursacht haben. Das importiert die Verteilung ins Pre-Mortem, statt sich auf kreative Spekulation zu verlassen.

How to do it

  1. Versammle das Team, bevor ihr euch auf den Plan festlegt.
  2. Formuliere: Stell dir vor, es ist ein Jahr in der Zukunft und dieses Projekt ist schwer gescheitert. Wie sah der Misserfolg aus?
  3. Frag dann: Welchem der üblichen Misserfolgstypen für Projekte wie dieses — spät, über Budget, geringe Akzeptanz — entspricht das?
  4. Dokumentiere die zwei oder drei häufigsten Misserfolgstypen und baue explizite Gegenmaßnahmen für jeden.

Evidenz

Kleins Pre-Mortem-Technik ist in der Praktikerliteratur gut beschrieben; ihre Wirksamkeit bei der Reduktion von Selbstüberschätzung ist plausibel und anekdotisch berichtet, obwohl direkte RCT-Evidenz begrenzt ist. Die Außenperspektive-Erweiterung ist eine konzeptuelle Kombination statt einer separat untersuchten Technik. Mitchell, Russo und Pennington (1989) liefern den zugrunde liegenden Mechanismus: prospektiver Rückblick — sich ein Ergebnis vorzustellen, als sei es bereits eingetreten — erhöht messbar die Anzahl und Spezifität der Gründe, die Menschen dafür generieren können, was genau das ist, was das Pre-Mortem ausnutzt. (anecdotal)

Pre-Mortems funktionieren am besten mit psychologischer Sicherheit — Teams unter hierarchischem Druck neigen dazu, geschönte Misserfolgsszenarien zu produzieren, die den Plan nicht bedrohen.

Quellen

Häufiger Fehler

Nur kreative oder katastrophale Misserfolgsszenarien zu generieren ("was, wenn der Markt einbricht?") statt der gewöhnlichen Basisraten-Misserfolge, die tatsächlich am häufigsten passieren ("was, wenn das dreimal so lange dauert wie geschätzt?").

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