Positive Sentiment Override: Wie du die Linse aufbaust, die Beziehungen schützt

Warum zwei Paare dasselbe Streitgespräch erleben und es völlig unterschiedliche Dinge bedeutet

Was ist Positive Sentiment Override in einer Beziehung?

Positive Sentiment Override (PSO) ist Gottmans Begriff für einen Wahrnehmungszustand, in dem das angesammelte Wohlwollen in einer Beziehung dazu führt, dass Partner neutrales oder leicht negatives Verhalten des anderen wohlwollend deuten – als Fehler oder schlechten Moment, nicht als Beweis böser Absicht. PSO wird durch beständig positive Interaktionen über die Zeit aufgebaut; sein Gegenteil, Negative Sentiment Override, entwickelt sich, wenn negative Interaktionen dominieren und sogar neutrales Verhalten als feindselig gelesen wird. Die Evidenz ist beobachtend; direkte experimentelle Manipulation von PSO als klinisches Ziel ist begrenzt.

Zwei Paare können identische Konfliktgespräche führen und sie völlig unterschiedlich erleben. Bei dem einen liest sich eine erhobene Stimme als „sie haben gerade einen schwierigen Moment." Beim anderen liest sich dieselbe erhobene Stimme als „sie respektieren mich nicht." Der Unterschied ist die interpretative Linse: Gottman nannte die wohlwollende Linse „Positive Sentiment Override" und ihr Gegenteil „Negative Sentiment Override." Das sind keine Persönlichkeitstypen – es sind Wahrnehmungszustände, die durch das Muster täglicher Interaktionen über Monate und Jahre auf- oder abgebaut werden. Die folgenden Praktiken beschreiben, wie man die positive Linse aufbaut und schützt.

Übungen

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