Sich einander zuwenden: Die tägliche Praxis für mehr Beziehungsresilienz

Wie kleine Reaktionen auf Kontaktangebote das emotionale Bankkonto aufbauen, das Konflikte abfedert

Was bedeutet "Sich zuwenden" in Beziehungen?

In Gottmans Forschung bedeutet „Sich zuwenden", auf die Kontaktangebote eines Partners zu reagieren – kleine, alltägliche Versuche, in Verbindung zu treten – statt sie zu ignorieren oder abzuweisen. Paare, die sich in alltäglichen Momenten zuverlässig einander zuwandten, zeigten über sechs Jahre hinweg deutlich bessere Beziehungsergebnisse in Gottmans längsschnittlichen Beobachtungsstudien. Die Evidenz ist beobachtend und korrelativ, nicht kausal.

Gottmans ursprüngliche Beobachtung, gemacht in seinen Apartment-Labor-Studien, in denen Paare ein Wochenende lang gefilmt zusammenlebten, war verblüffend: Der größte Prädiktor für Beziehungsstabilität war nicht, wie Paare große Streits handhabten – sondern wie sie auf die winzigen, alltäglichen Kontaktangebote des anderen reagierten. Ein solches Angebot kann so klein sein wie „Schau dir diese Wolke an" oder so bewusst wie das Greifen nach einer Hand. Partner können sich zuwenden (anerkennen und einlassen), sich abwenden (ignorieren) oder sich dagegen wenden (mit Gereiztheit reagieren). Diese kleinen Momente, über Jahre angesammelt, bestimmen das emotionale Bankkonto, das im Konfliktfall als Puffer zur Verfügung steht.

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