Dein Vertrauensniveau zusammen mit deiner Position angeben

„Ich bin mir zu etwa 70 % sicher“ signalisiert eine begründete Schätzung, keine Tatsachenbehauptung.

Why it works

Vertrauensgrade auszudrücken (statt binärer Zustimmung/Ablehnung) bildet den epistemischen Zustand der meisten echten Überzeugungen genau ab und signalisiert, dass du Behauptungen als aktualisierbare Schätzungen behandelst, nicht als Identitätsverpflichtungen. Das senkt den Einsatz des Gesprächs und schafft Erlaubnis für beide Parteien, vorläufige Ansichten zu halten.

How to do it

  1. Schätze mental, bevor du eine Position äußerst, wie sicher du tatsächlich bist (0–100 %).
  2. Drücke das aus: „Ich denke, das ist wahrscheinlich wahr, aber ich bin mir wirklich unsicher bei…“
  3. Frage auch nach dem Vertrauensniveau der anderen Person – „wie sicher bist du dir dabei?“

Evidenz

Kalibrierungstraining – zu lernen, geäußertes Vertrauen mit tatsächlicher Genauigkeit abzustimmen – ist eine empirisch getestete Praxis; Forschung aus dem Good Judgment Project fand, dass Kalibrierungstraining die Prognosegenauigkeit signifikant verbesserte. (observational)

Kalibrierungsforschung befasst sich primär mit probabilistischer Prognose, nicht zwischenmenschlicher Meinungsverschiedenheit; die Erweiterung auf Gespräche ist prinzipiell begründet, aber in diesem Kontext nicht direkt untersucht.

Quellen

  • Tetlock & Gardner (2015), Superforecasting: The Art and Science of Prediction (Good Judgment Project)

Häufiger Fehler

Vertrauensäußerung als Verhandlungstaktik zu nutzen – niedriges Vertrauen zu äußern, um bescheiden zu wirken, während man die Ansicht tatsächlich fest vertritt –, was die andere Person schließlich bemerkt.

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