Das Argument vom Argumentierenden trennen
Die Behauptung auf ihre Verdienste hin ansprechen, nicht die Motive oder den Charakter der Person.
Why it works
Ad-hominem-Argumentation ist kognitiv billig und fühlt sich befriedigend an – die Person anzugreifen entlädt die emotionale Last, ohne mit dem eigentlichen Argument in Auseinandersetzung treten zu müssen. Aber ein schlechtes Argument von einer glaubwürdigen Person ist immer noch ein schlechtes Argument, und ein gutes Argument von einer unglaubwürdigen Quelle ist immer noch gut. Sie getrennt zu halten ist sowohl logisch notwendig als auch emotional deeskalierend.
How to do it
- Frage vor deiner Antwort: „Reagiere ich auf diese Behauptung oder darauf, wer sie gesagt hat?“
- Äußere deine Auseinandersetzung mit dem Argument explizit („Zur Behauptung, dass…“) statt die Person zu charakterisieren.
- Falls du wirklich Motive besprechen musst, kennzeichne es: „Das geht nicht um das Argument, sondern um den Kontext.“
Evidenz
Der Ad-hominem-Fehlschluss gehört zu den am besten katalogisierten informellen Fehlschlüssen in der Logik; seine Verbreitung ist in der politikpsychologischen Forschung dokumentiert, die zeigt, dass Menschen identische Argumente sehr unterschiedlich bewerten, je nach angegebener Quelle. (observational)
Die Logik ist solide; die empirische Herausforderung ist, dass Quellenglaubwürdigkeit tatsächlich echtes epistemisches Gewicht trägt (Experten liegen häufiger richtig), sodass die Fähigkeit im Unterscheiden liegt, nicht darin, die Quelle völlig zu ignorieren.
Quellen
- Lord, Ross & Lepper (1979), biased assimilation of evidence based on prior attitudes, Journal of Personality and Social Psychology
Häufiger Fehler
Eine Behauptung völlig wegen der bekannten Voreingenommenheit der Quelle abzutun – „das würden sie ja sagen“ – ohne sich damit auseinanderzusetzen, ob das Argument selbst Substanz hat.
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More practices for Produktive Meinungsverschiedenheit, praktisch umgesetzt
- Steelmanning vor dem Widerspruch
Die gegnerische Ansicht in ihrer stärksten Form wiedergeben, bevor du dagegen argumentierst.
- Den Kernpunkt finden: die eine Behauptung, die, wenn geändert, die Schlussfolgerung ändern würde
Die einzelne empirische oder wertbezogene Meinungsverschiedenheit lokalisieren, die den gesamten Streit antreibt.
- Zwei echte Fragen stellen, bevor du widersprichst
Den Widerspruchsreflex mit echter Neugier auf die andere Ansicht verlangsamen.
- Deine Ansicht laut aktualisieren, wenn die Evidenz es rechtfertigt
Explizit sagen, wenn du dich verschoben hast – das ist, wie gutes Denken aussieht, nicht Schwäche.
- Kartieren, worin man tatsächlich übereinstimmt, bevor man in die Meinungsverschiedenheit eintaucht
Mit dem expliziten Aufbau der gemeinsamen Karte beginnen, bevor markiert wird, wo sie auseinandergeht.
- Dein Vertrauensniveau zusammen mit deiner Position angeben
„Ich bin mir zu etwa 70 % sicher“ signalisiert eine begründete Schätzung, keine Tatsachenbehauptung.