Substituieren

Frage: Welche Komponente, welches Material, welche Person, welcher Prozess oder welche Regel könnte gegen etwas anderes ausgetauscht werden?

Why it works

Substitution zwingt den Denkenden dazu, zu erkennen, welche Elemente eines Systems er als fix behandelt, obwohl sie eigentlich variabel sind. Die meisten Designfehler und verpassten Innovationen entstehen aus der unsichtbaren Annahme, dass ein bestimmtes Element so bleiben muss, wie es ist. Mögliche Ersatzoptionen zu benennen – auch offensichtlich unplausible – bringt diese verborgenen Annahmen ans Licht und öffnet den Gestaltungsraum.

How to do it

  1. Liste die wichtigsten Komponenten deines Produkts, Prozesses oder Problems auf.
  2. Frage bei jeder Komponente: „Was könnte diese Aufgabe sonst noch erledigen? Was, wenn wir ein anderes Material, eine andere Person oder eine andere Regel verwenden?“
  3. Beziehe offensichtlich unplausible Ersatzoptionen mit ein – sie weisen manchmal auf indirektem Weg auf die eigentliche Lösung hin.
  4. Notiere alle Ersatzoptionen, bevor du eine davon bewertest.

Evidenz

Forschung zum divergenten Denken stützt Constraint Relaxation – implizite Annahmen explizit zu machen – als Treiber kreativer Ideen. SCAMPER operationalisiert dies für die Substituieren-Dimension. Der Checklisten-Ansatz insgesamt ist Praktiker-Konsens. (mechanistic)

SCAMPER erzeugt Ideen, bewertet sie aber nicht; die Qualitätsfilterung erfordert eine separate Fachbeurteilung, die die Technik nicht liefert.

Häufiger Fehler

Nur innerhalb der naheliegenden Kategorie zu substituieren (ein Material durch ein ähnliches Material zu ersetzen), statt über Kategorien hinweg – „was wäre, wenn eine Person täte, was diese Software tut?“ ist eine reichhaltigere Substitution.

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