Größenordnung in Zahlen übersetzen, bevor du reagierst

Bevor du auf ein mengenbasiertes Problem reagierst, wandle die Größenordnung in eine konkrete, vergleichbare Zahl um.

Why it works

Skalenunempfindlichkeit entsteht, weil die emotionale Reaktion durch das Prototypbild ausgelöst wird (ein Vogel, ein Kind), nicht durch die Menge, die mühsame Berechnung erfordert. Dich zu zwingen, die Zahl aufzuschreiben – und sie mit einem Referenzwert zu vergleichen – verlagert die Verarbeitung vom bildgetriebenen System 1 zum mengenverarbeitenden System 2, das Unterschiede in der Größenordnung registrieren kann, die das Affektsystem nicht kann.

How to do it

  1. Schreibe bei einem Problem mit Zahlen von Menschen, Tieren oder Ereignissen die Zahl vollständig aus.
  2. Finde einen Vergleich: „2.000 Menschen sind ungefähr die Bevölkerung meiner Nachbarschaft; 200.000 sind die Stadt.“
  3. Lass den Vergleich deine Reaktion verankern, bevor deine Emotion sie festlegt.

Evidenz

Die „Vögel“-Studie (Desvousges et al., 1992) fand, dass die Zahlungsbereitschaft für die Rettung von 2.000, 20.000 oder 200.000 Vögeln nahezu identisch war. Kahneman charakterisierte dies als affektbasierte Bewertung, bei der das Bild die Größenordnung dominiert. (observational)

Quellen

  • Desvousges et al. (1992), measuring non-use damages using contingent valuation — scope neglect in environmental valuation
  • Kahneman (2011), Thinking, Fast and Slow — scope insensitivity chapter

Häufiger Fehler

Die Zahl aufzuschreiben, die Entscheidung aber weiterhin auf dem Bild zu gründen, das zuerst aufkam – die Zahl muss mit einem Vergleich verbunden werden, bevor sie die Affektreaktion korrigieren kann.

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