Kartiere die Rückkopplungsschleife
Frage, ob die Konsequenz zurückwirkt und sich selbst verstärkt oder dämpft.
Why it works
Manche Konsequenzen schleifen: Ein Effekt verändert die Bedingungen, die ihn hervorgebracht haben, entweder verstärkend (Schneeball) oder selbstkorrigierend (Thermostat). Denken erster Ordnung behandelt Effekte als einmalig; die Schleife zu erkennen zeigt, ob ein kleiner Zug zu etwas Großem anwächst oder verblasst. Das Vorzeichen der Schleife zu identifizieren unterscheidet ein außer Kontrolle geratenes Ergebnis von einem selbstbegrenzenden.
How to do it
- Frage, nachdem du eine Konsequenz benannt hast, ob sie die Inputs verändert, die sie verursacht haben.
- Entscheide, ob die Schleife verstärkt (vergrößert) oder ausgleicht (dämpft).
- Plane bei verstärkenden Schleifen für ein größeres Ausmaß als erwartet.
Evidenz
Stützt sich auf systemisches Denken über verstärkende und ausgleichende Rückkopplung, die als Beschreibungen des Verhaltens komplexer Systeme gut etabliert sind. Sie als persönliche Entscheidungsprüfung anzuwenden ist eine Denkheuristik. (mechanistic)
Rückkopplungsschleifen-Dynamiken sind in der Systemtheorie gut beschrieben; sie als Entscheidungscheckliste zu nutzen ist angewandte Heuristik, keine Studie.
Quellen
- Systems thinking (reinforcing vs balancing feedback loops), e.g., Meadows, "Thinking in Systems"
Häufiger Fehler
Einen Effekt als Einzelereignis zu behandeln, obwohl er eigentlich eine verstärkende Schleife ist, sodass du unterschätzt, wie groß er wird.
Übe das mit IX Coach
More practices for Denken zweiter Ordnung: Und dann was?
- Frage dreimal „und dann was?“
Hör nicht bei der ersten Konsequenz auf – verfolge die Kette mindestens zwei Schritte weiter.
- Antizipiere die Reaktionen anderer
Effekte zweiter Ordnung entstehen oft daraus, wie Menschen auf deinen ersten Zug reagieren.
- Trenne die Konsensmeinung von der richtigen
Um zu übertreffen, musst du sowohl nicht-konsensfähig als auch richtig sein – und Denken zweiter Ordnung ist der Weg dahin.
- Prüfe die Konsequenz über Zeithorizonte hinweg
Eine Entscheidung kann an einem Tag gut sein, in einem Jahr schlecht – benenne das Ergebnis bei jedem Horizont.
- Führe ein Entscheidungstagebuch zweiter Ordnung
Notiere die nachgelagerten Effekte, die du vorhergesagt hast, und prüfe sie später.