Blauer Hut: den Denkprozess selbst steuern

Vom Inhalt zurücktreten, um zu steuern, welcher Hut als Nächstes gebraucht wird — der blaue Hut ist der Dirigent des Metadenkens.

Why it works

Ohne jemanden, der den Prozess hütet, wechseln Gruppen opportunistisch zwischen Denkmodi, was bedeutet, dass dominante Stimmen den Modus bestimmen und wichtige Phasen übersprungen oder verkürzt werden. Der blaue Hut macht Prozesssteuerung zu einer expliziten statt impliziten Rolle und erlaubt der Gruppe, ihr eigenes Denken zu beobachten und anzupassen — eine Form kollektiver Metakognition. Metakognitives Bewusstsein für den Denkprozess wird sowohl bei Einzelpersonen als auch in Gruppen mit hochwertigeren Denkresultaten in Verbindung gebracht.

How to do it

  1. Den blauen Hut einem Moderator zuweisen (in der Gruppe) oder alle 10 Minuten bei sich selbst nachfragen (allein).
  2. Bei jedem Check-in des blauen Huts fragen: "Wo stehen wir? Welcher Modus wird als Nächstes gebraucht? Nutzen wir die Zeit produktiv?"
  3. Benennen, welcher Hut tatsächlich gerade läuft im Vergleich zu dem, der beabsichtigt war.
  4. Am Ende zusammenfassen: Was hat jeder Hut gezeigt, und worauf hat sich die Gruppe geeinigt?

Evidenz

Metakognitives Monitoring — das Verfolgen und Anpassen des eigenen Denkprozesses — ist robust mit höherer akademischer Leistung und besserer Problemlösefähigkeit verknüpft. Explizite Prozesssteuerung in Gruppen (Moderation) wird mit besseren Meeting-Ergebnissen in Verbindung gebracht. (observational)

Metakognitionsforschung ist überwiegend individuell; Forschung zur Gruppenprozessmoderation ist größtenteils korrelativ. Der blaue Hut als spezifischer Mechanismus wurde nicht eigenständig geprüft.

Häufiger Fehler

Den blauen Hut als administrativen Mehraufwand überspringen, wodurch der Gruppe kein gemeinsamer Mechanismus bleibt, um zu bemerken, wenn sie aus dem beabsichtigten Modus abgedriftet ist.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Die Sechs-Hüte-Methode, praktisch erklärt

Verwandte Konzepte