Weißer Hut: Fakten vor Meinung klären

Trennen, was bekannt ist, von dem, was gefolgert wird — der weiße Hut ist nur für Daten da, ohne Interpretation.

Why it works

In unstrukturierten Diskussionen kommen Fakten und Interpretationen vermischt an, was es schwer macht, echte Belege von Vermutung oder Interessenvertretung zu trennen. Eine eigene Phase nur für Fakten zwingt die Gruppe dazu, zu unterscheiden, was tatsächlich bekannt ist von dem, was geglaubt wird — das legt die Informationslücken offen, die oft Meinungsverschiedenheiten antreiben, die sich als Wertekonflikte tarnen.

How to do it

  1. Die Phase des weißen Huts mit der Frage eröffnen: "Was wissen wir tatsächlich? Was sind die Daten?"
  2. Nur überprüfbare Fakten oder klar gekennzeichnete Schätzungen auflisten ("wir schätzen etwa X").
  3. Interpretation zurückstellen: Wenn jemand sagt "das bedeutet…", dies notieren und in einem anderen Hut darauf zurückkommen.
  4. Explizit benennen, wo Informationen fehlen, bevor man weitergeht.

Evidenz

Strukturiertes Teilen von Informationen vor der Beratung wird durch Forschung zur Gruppenkognition gestützt: Gruppen, die vor der Diskussion einzigartige (nicht überlappende) Informationen austauschen, treffen bessere Entscheidungen als solche, die ohne diesen Schritt beraten. (observational)

Der Befund von Stasser & Titus betrifft das Zusammenführen von Informationen allgemein; das spezifische Format des weißen Huts und sein isolierter Beitrag zur Entscheidungsqualität wurden nicht separat geprüft.

Quellen

Häufiger Fehler

Meinungen oder Interpretationen unter dem Deckmantel von "das weiß doch jeder…" in die Phase des weißen Huts einschleichen lassen — sobald eine Vermutung als Fakt präsentiert wird, funktioniert der weiße Hut nicht mehr.

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