Strukturierte Debrief-Fragen für jede Rückschau nutzen

Ersetzen Sie „wie ist es gelaufen?“ durch spezifische Fragen, die durch jede Stufe des Zyklus führen.

Why it works

Offene Reflexion („wie ist es gelaufen?“) tendiert dazu, das emotional Auffälligste abzurufen — meist den besten oder schlechtesten Moment — und dort stehenzubleiben. Strukturierte Debrief-Fragen erzwingen einen Abruf über die gesamte Erfahrung und über mehrere kognitive Operationen hinweg (Erinnerung, Beobachtung, Verallgemeinerung, Planung), was eine reichere und umsetzbarere Reflexion erzeugt als freie Rückschau erlaubt.

How to do it

  1. Verwenden Sie vier Fragen, eine pro Kolb-Stufe: (1) „Was genau ist passiert?“ (2) „Was haben Sie aus verschiedenen Blickwinkeln bemerkt?“ (3) „Welches allgemeine Prinzip legt das nahe?“ (4) „Was werden Sie nächstes Mal anders machen?“
  2. Schreiben Sie, denken Sie nicht nur — das Externalisieren fängt Schlussfolgerungen ein, an denen der Geist sonst vorbeigleiten würde.
  3. Halten Sie die Antworten kurz: zwei oder drei Sätze pro Frage reichen für einen vollständigen Zyklus.

Evidenz

Strukturierte Debriefs übertreffen unstrukturierte in militärischen und pädagogischen Kontexten beim Erzeugen von Lernen und Leistungsverbesserung; die Vier-Fragen-Struktur setzt den Kolb-Zyklus als Debrief-Protokoll um. (observational)

Debrief-Forschung ist primär in Team-/Organisationskontexten; die Einzelanwendung ist aus denselben strukturellen Prinzipien extrapoliert.

Quellen

  • Ellis & Davidi (2005), after-event reviews, Journal of Applied Psychology

Häufiger Fehler

Die gesamte Debrief-Zeit mit Stufe eins (was ist passiert) zu verbringen und sie als vollständige Rückschau zu behandeln, während die Stufen zwei bis vier unangetastet bleiben.

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