Die laufenden Kosten der Verzögerung berechnen

Jeder Tag, an dem du einen schlechten Kurs fortsetzt, ist ein Tag, an dem du einen besseren hättest beginnen können.

Why it works

Sunk-Cost-Denken konzentriert sich auf die rückwärtsgewandten Kosten des Aufhörens. Denken in Verzögerungskosten konzentriert sich auf die vorwärtsgewandten Kosten des Nicht-Aufhörens: den Wert der besseren Alternative, der sich ansammelt, während du dem minderwertigen Kurs verpflichtet bleibst. Das rahmt „Aufhören = Verlust“ um in „Weitermachen = laufender Verlust“, was sowohl genauer als auch motivierender ist. Der Rahmenwechsel lässt den Ausstieg wie Gewinn statt wie Aufgabe erscheinen.

How to do it

  1. Schätze, was ein besserer Alternativweg pro Woche oder Monat einbringen würde.
  2. Multipliziere das mit der Anzahl der Wochen oder Monate, in denen du die Ausstiegsentscheidung schon aufgeschoben hast.
  3. Formuliere es ausdrücklich: „Wenn ich noch drei weitere Monate hierbleibe, werde ich X verpasst haben.“
  4. Nutze diesen sich ansammelnden entgangenen Wert – nicht die vergangene Investition – als Kostenmaßstab.

Evidenz

Cost of delay is established in lean product development and product management (Reinertsen). Its use as a sunk cost antidote is a practitioner extension; the underlying mechanism — making opportunity cost salient — is supported by the Frederick et al. (2009) research on opportunity cost activation. (mechanistic)

The cost of delay requires a concrete alternative to measure against; if the alternative is vague, the calculation is guesswork.

Quellen

  • Reinertsen (2009), The Principles of Product Development Flow (cost of delay formalization)

Häufiger Fehler

Die Ausstiegsentscheidung als „Verlust dessen, was ich investiert habe“ zu rahmen, statt als „Gewinn all dessen, was ich erfassen würde, wenn ich von hier aus umlenke“.

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