Erwartungswert-Denken: Entscheiden unter Unsicherheit

Die Mathematik rationaler Entscheidungen unter Unsicherheit, ihre echten Grenzen und wie man sie trotzdem nutzt

Wie nutzt man den Erwartungswert bei Unsicherheit?

Erwartungswert-Denken multipliziert jedes mögliche Ergebnis mit seiner Wahrscheinlichkeit und summiert die Ergebnisse zu einer einzigen Zahl, die den durchschnittlichen Ertrag einer Entscheidung darstellt. Es ist die mathematische Grundlage rationaler Entscheidungsfindung unter Unsicherheit – gut in der Entscheidungstheorie verankert – hat aber echte Grenzen: Wahrscheinlichkeiten sind oft unsicher, Ergebnisse nicht immer quantifizierbar, und der reine Erwartungswert ignoriert Risikoaversion, die durchaus legitim sein kann.

Der Erwartungswert ist der gewichtete Durchschnitt aller möglichen Ergebnisse, wobei die Gewichte Wahrscheinlichkeiten sind. Das klingt nach einem rein technischen Konzept, ist aber auch eine praktische Haltung: die Bereitschaft, eine Entscheidung an ihrem langfristigen Durchschnitt zu messen statt an einem einzelnen Ergebnis. Die meisten Entscheidungen, die Menschen am schwersten fallen – mit unsicherem großem Aufwärtspotenzial oder unwahrscheinlichem katastrophalem Abwärtsrisiko – werden bei dieser Analyse deutlich klarer. Die folgenden Praktiken machen aus EV eine abstrakte Formel ein funktionierendes Entscheidungswerkzeug.

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