Aktiv nach Feedback suchen, das dich widerlegen könnte

Frag die Menschen, die deine Fehler am ehesten sehen – nicht die, die dich am ehesten bestätigen.

Why it works

Bestätigungsverzerrung und soziale Dynamiken sorgen zusammen dafür, dass selbstbewusste Menschen meist bestätigendes Feedback erhalten: Menschen zögern, jemanden zu korrigieren, der sicher wirkt. Aktiv kritisches Feedback einzufordern – und dafür einen niedrigschwelligen Kanal zu schaffen – wirkt dem entgegen, indem es einfacher wird, korrigierende Information zu teilen, als sie zurückzuhalten. Die Information existiert; der Engpass ist die Erlaubnis, sie zu liefern.

How to do it

  1. Identifiziere jemanden mit mehr Expertise oder einer anderen Perspektive auf deine Arbeit.
  2. Stelle eine konkrete widerlegende Frage: „Was mache ich deiner Meinung nach falsch?“ oder „Was fällt dir auf, das ich anscheinend nicht sehe?“
  3. Widerstehe dem Drang, dich sofort zu verteidigen oder zu erklären – mach dir stattdessen Notizen.
  4. Achte nach mehreren solchen Gesprächen auf wiederkehrende Themen.

Evidenz

Forschung zum Feedback-Einholen zeigt, dass Menschen dazu neigen, ungebetenes Feedback zu vermeiden, das negativ sein könnte, und dass Organisationen mit ausgeprägter Feedbackkultur bessere Entscheidungsfindung zeigen. Widerlegendes Feedback aktiv einzuholen wirkt dieser Tendenz direkt entgegen. (observational)

Die Feedbackqualität hängt davon ab, ob der Geber tatsächlich mehr weiß und sich sicher genug fühlt, ehrlich zu sein. In Umgebungen mit wenig Vertrauen oder großer Machtdistanz kann diese Praxis nur zutage fördern, was die Leute glauben, dass du hören willst.

Häufiger Fehler

Die Anfrage als „Was denkst du?“ formulieren (zu offen) oder nur Menschen fragen, die dir untergeordnet sind und am wenigsten wahrscheinlich Kritik äußern.

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