Kenne deine zwei Selbste (Adam I und Adam II)

Unterscheide das Selbst, das bauen und erreichen will, vom Selbst, das gut sein will.

Why it works

Brooks entlehnt vom Theologen Joseph Soloveitchik die Unterscheidung zwischen Adam I (ehrgeizig, leistungsorientiert, nach außen gerichtet) und Adam II (moralisch, nach Güte strebend, nach innen gerichtet). Die Einsicht ist, dass diese zwei Selbste nach unterschiedlichen Logiken laufen: Adam I wendet die Marktlogik von Aufwand und Belohnung an; Adam II erfordert Hingabe, keine Strategie. Die beiden zu verwechseln – sich zur Tugend hin optimieren zu wollen – ist genau das, was Tugend schwer fassbar macht.

How to do it

  1. Eine anstehende Entscheidung benennen und fragen, welches Selbst treibt: das, das erfolgreich sein will, oder das, das richtig handeln will.
  2. Bei Adam-II-Entscheidungen dem Reflex widerstehen, Ergebnisse zu kalkulieren – fragen, was Loyalität, Ehrlichkeit oder Mut erfordern würden, und das dann tun.
  3. Wöchentlich Momente festhalten, in denen die beiden Selbste im Widerstreit standen und welches gewonnen hat.

Evidenz

Die Adam-I/Adam-II-Unterscheidung ist ein theologisches und philosophisches Rahmenwerk von Brooks und Soloveitchik. Sie verläuft parallel zu Forschung über intrinsische versus extrinsische Motivation und darüber, wie sich moralisches Denken von instrumentellem Denken unterscheidet, ist aber philosophisches Argument, kein empirisch abgeleitetes Modell. (anecdotal)

Dies ist ein Rahmen für Selbstreflexion, kein kognitives Modell mit empirischer Unterstützung. Sein Wert liegt in der Qualität des erzeugten Denkens, nicht in einer erprobten Effektgröße.

Häufiger Fehler

Adam-I-Logik (was ist der strategischste Zug?) auf Charakterdilemmata anwenden, wo sie zuverlässig die falsche Antwort liefert – Tugend hat keine Optimierungsfunktion.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Die Grabrede-Tugenden: Ein Leben mit Charakter aufbauen

Verwandte Konzepte