Erkenne dich selbst – gleiche deine tatsächlichen Werte mit deinen Handlungen ab

Vergleiche, was du zu schätzen behauptest, mit dem, was dein Verhalten offenbart, was du tatsächlich schätzt.

Why it works

Das delphische „Erkenne dich selbst“ (gnōthi seauton), das Sokrates als seine Mission ansah, ist empirisch schwierig: Selbsterkenntnis ist systematisch verzerrt. Die Praxis ist nicht introspektiv, sondern verhaltensbezogen: Man erkennt sich selbst genauer, indem man untersucht, was man tut, als indem man untersucht, was man über sich selbst glaubt. Die Einstellungs-Verhaltens-Lücke ist gut dokumentiert; sie explizit zu kartieren gibt genauere Selbsterkenntnis als Selbstbericht allein.

How to do it

  1. Die eigenen fünf wichtigsten behaupteten Werte aufschreiben.
  2. Für jeden drei konkrete Verhaltensweisen aus dem letzten Monat finden, die ihn widerspiegeln – oder nicht.
  3. Die Lücke zwischen behauptet und gelebt ehrlich benennen, ohne Erklärung oder Rechtfertigung.
  4. Eine Verhaltensänderung wählen, die die wichtigste Lücke verringern würde.

Evidenz

Selbsterkenntnis-Forschung zeigt, dass Verhaltensbeobachtung genauer ist als Selbstbericht bei der Vorhersage zukünftigen Verhaltens. Die Einstellungs-Verhaltens-Lücke ist gut etabliert; behauptete und gelebte Werte zu vergleichen deckt sie auf. (observational)

Selbsterkenntnis ist schwierig und systematisch auf Weisen verzerrt, die einzelne Übungen nicht vollständig korrigieren können. Diese Praxis liefert besseres Signal als reine Introspektion, keine perfekte Selbsterkenntnis.

Häufiger Fehler

Die Lücke als Grund zur Selbstkritik nutzen statt als Information. Der sokratische Zug ist neugierig und nicht strafend – „was offenbart das?“ – nicht „was stimmt nicht mit mir?“

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Das geprüfte Leben

Verwandte Konzepte