Philosophie als Lebensweise

Hadots Lesart antiker geistiger Übungen als moderne tägliche Praxis

Was ist „Philosophie als Lebensweise“ (Pierre Hadot)?

Pierre Hadot argumentierte, dass antike griechische und römische Philosophie — stoisch, epikureisch, platonisch — nicht primär ein System von Theorien war, sondern eine Reihe von „geistigen Übungen“: wiederholte, strukturierte Praktiken, um zu verändern, wie man wahrnimmt, urteilt und lebt. Die akademische These stammt von Hadot selbst und ist in der klassischen Philologie gut etabliert. Die von ihm beschriebenen Praktiken überschneiden sich mit erforschten Mechanismen in Achtsamkeit, KVT und Verhaltensänderung — auch wenn das nicht Hadots eigene Behauptung war.

Pierre Hadot — französischer Philosoph und Klassischer Philologe (1922–2010) — verbrachte seine Karriere damit zu zeigen, dass antike Philosophie keine akademische Übung war, sondern gelebte Praxis: Man trat einer Schule nicht bei, um ein System zu lernen, sondern um sich von ihr verwandeln zu lassen. Sein Buch „Philosophy as a Way of Life“ (1995) ist die beste moderne Einführung, wie diese antiken Übungen tatsächlich aussahen. Im Folgenden die Kernpraktiken, die Hadot in den stoischen, platonischen und epikureischen Traditionen identifiziert — jeweils mit Mechanismus, ehrlicher Evidenz und der konkreten Art, wie sie typischerweise missverstanden wird.

Übungen

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