Existenzialismus und radikale Wahlfreiheit
Radikale Freiheit, Selbstbetrug und das Gewicht der eigenen Entscheidungen
Wie nutzt man Sartres Existenzialismus in der Praxis?
Jean-Paul Sartres Existenzialismus besagt, dass der Mensch keine feste Natur hat – "die Existenz geht dem Wesen voraus" – und deshalb radikal frei ist, sich selbst durch seine Entscheidungen zu definieren. Praktisch bedeutet das: Man kann sich nicht hinter Rolle, Instinkt oder Umständen verstecken – man entscheidet sich immer schon, auch wenn man sich sagt, man habe keine Wahl. Das ist philosophisch, nicht klinisch; die Überschneidung mit ACT und KVT ist real, aber indirekt.
Sartre argumentierte, die Angst des Menschseins sei die Angst vor der Freiheit: Es gibt kein Skript, kein Wesen, keine vorgegebene Natur, die einem sagt, was zu tun ist. Man ist, was man tut, und auch jedes Nicht-Handeln ist eine Entscheidung. Das ist befreiend oder schwindelerregend, je nachdem, wie man damit umgeht – die existenzialistischen Praktiken unten helfen dabei, es als Befreiung statt als Lähmung zu erleben. Das sind philosophische Praktiken, keine therapeutischen Protokolle; die Evidenz wird dort angegeben, wo der Mechanismus psychologisch fundiert ist, und ehrlich benannt, wo das nicht der Fall ist.
Übungen
- Nimm ernst, dass du keine feste Natur hast
Hör auf, deine Persönlichkeit, Rolle oder Vergangenheit als gegeben zu behandeln – du bist immer im Prozess, dich selbst zu definieren.
- Erkenne Selbstbetrug (bad faith) bei dir selbst
Bemerke, wann du dich selbst als ein durch Rolle, Instinkt oder Erwartung bestimmtes Ding behandelst – und beanspruche die Wahl.
- Übernimm radikale Verantwortung für deine Entscheidungen
Besitze jede Entscheidung vollständig – einschließlich ihrer unbeabsichtigten Folgen und der ungewählten Bedingungen, unter denen du entschieden hast.
- Wähle authentisch – aus deinen eigenen Werten, nicht aus Erwartung
Triff Entscheidungen, die deine tatsächlichen Werte widerspiegeln, nicht die Rolle, die andere dir zugewiesen haben.
- Halte die Angst der Freiheit aus
Wenn das Gewicht der Wahl Schwindel erzeugt, nutze es als Signal – nicht als Problem, das es zu vermeiden gilt.
- Definiere dich durch Handlungen, nicht durch Absichten
Du bist nicht deine Absichten oder dein Selbstbild – du bist die Summe dessen, was du tatsächlich tust.
Übe das mit IX Coach
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