Die zweite Bitte richtig timen: nicht zu früh, nicht zu spät

Eine kurze Verzögerung zwischen erster und zweiter Bitte verstärkt die Selbstzuschreibungs-Aktualisierung, bevor Sie erneut fragen.

Why it works

Die Aktualisierung der Selbstwahrnehmung ("Ich bin jemand, der das tut") braucht Zeit, um sich zu festigen; die zweite Frage unmittelbar nach der ersten zu stellen, gibt der Person keine Zeit, die Selbstzuschreibung zu integrieren. Umgekehrt schwächt eine zu lange Verzögerung die Verbindung zwischen den beiden Verhaltensweisen. Forschung legt nahe, dass ein Zeitfenster von wenigen Tagen bis zu ein paar Wochen typischerweise am wirksamsten ist.

How to do it

  1. Lassen Sie nach der kleinen Zusage Tage (nicht Minuten) vergehen, bevor Sie die größere Bitte stellen.
  2. Erinnern Sie die Person, wenn möglich, kurz an ihre erste Zusage, bevor Sie die zweite Bitte stellen: "Sie erwähnten, dass Ihnen X wichtig ist ..."
  3. Überstürzen Sie nichts – wenn die anfängliche Zusage frisch war (im selben Gespräch), könnte der Effekt schwächer sein als bei einer verzögerten Nachfrage.

Evidenz

Mehrere Foot-in-the-Door-Studien verwendeten Verzögerungsbedingungen; Freedman & Frasers Originalstudie beinhaltete eine Verzögerung von Tagen zwischen den beiden Bitten. Die Verzögerung ermöglicht die Verhaltensintegration ins Selbstkonzept, im Einklang mit der Selbstwahrnehmungstheorie. Das optimale Zeitfenster ist in der Literatur nicht präzise definiert. (mechanistic)

Der Timing-Moderator ist prinzipiell fundiert, aber die genaue optimale Verzögerung ist experimentell nicht etabliert; Kontext und individuelle Unterschiede spielen wahrscheinlich eine Rolle.

Quellen

  • Freedman & Fraser (1966), Compliance without pressure, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Beide Bitten im selben Gespräch oder Treffen zu stellen – das lässt die Technik zu einer zweiteiligen Bitte kollabieren, die die Person als Einheit bewerten kann, was den Selbstzuschreibungsmechanismus abschwächt.

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