Überarbeite deine Lebenserzählung, wenn sie dich einschränkt

Identifiziere und schreibe die Geschichte über deine Vergangenheit neu, die einschränkt, was du für möglich hältst.

Why it works

Forschung zur narrativen Identität (Dan McAdams) zeigt, dass Menschen ihre Erfahrung in autobiografische Geschichten organisieren, die als Identität fungieren — und dass Ton, Verlauf und Themen dieser Geschichten Wohlbefinden und Generativität vorhersagen. Eine "Kontaminationssequenz"-Geschichte (gut wird schlecht) schränkt ein, welche Zukünfte sich eine Person vorstellen kann; eine "Erlösungssequenz" (schlecht wird zu Wachstum) öffnet sie. Die Vergangenheit ändert sich nicht, aber die Interpretation — und die Interpretation treibt zukünftiges Verhalten an.

How to do it

  1. Identifiziere eine Geschichte, die du dir über deine Vergangenheit erzählst und die einschränkt, was du heute verfolgst ("Ich bin nicht der Typ Mensch, der ___").
  2. Schreibe dieselben Ereignisse mit einer Erlösungssequenz-Rahmung: "Das ist passiert, und was es mir letztlich gab, war ___."
  3. Finde einen echten Beleg, der die überarbeitete Interpretation stützt — die Überarbeitung muss ehrlich sein, nicht falsch positiv.
  4. Übe, die überarbeitete Geschichte laut einer vertrauten Person zu erzählen.

Evidenz

Forschung zur narrativen Identität findet, dass Erlösungssequenzen in Lebensgeschichten Generativität, Wohlbefinden und Identitätskohärenz vorhersagen; expressives Schreiben über schwierige Erfahrungen unter einer sinnstiftenden Rahmung zeigt Gesundheits- und Wohlbefindensvorteile. (observational)

Dies ist beobachtende und expressive-Schreib-Forschung; erzwungene positive Umdeutung ohne echten Beleg kann nach hinten losgehen. Die Überarbeitung muss ehrlich sein, um therapeutisch zu wirken.

Quellen

  • McAdams et al. (2001), when bad things turn good and good things turn bad, Personality and Social Psychology Bulletin
  • Pennebaker & Chung (2011), expressive writing and its links to mental and physical health

Häufiger Fehler

Einer echt schädigenden Geschichte vorschnell eine positive Wendung aufzuzwingen, bevor sie ausreichend verarbeitet ist — verfrühte positive Umdeutung umgeht die Trauer oder Wut, die die Geschichte trägt, und erzeugt eine brüchige statt echte überarbeitete Erzählung.

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