Benenne dein Modell explizit

Mach die Landkarte sichtbar, indem du dein aktuelles Modell der Situation in klarer Sprache formulierst.

Why it works

Implizite Modelle sind unsichtbar und daher nicht falsifizierbar — man kann nicht aktualisieren, was man nicht sehen kann. Ein Modell explizit zu machen, verwandelt es von einer Hintergrundannahme in eine Hypothese im Vordergrund, was die Mindestvoraussetzung für ihre Bewertung oder Revision ist. Das Formulieren selbst deckt auch Lücken und Widersprüche auf, die unsichtbar bleiben, solange das Modell unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle arbeitet.

How to do it

  1. Schreibe eine zwei- bis vierzeilige Beschreibung, wie eine Situation deiner Meinung nach derzeit funktioniert.
  2. Nenne die zentralen Kausalannahmen: "X verursacht Y, weil Z."
  3. Identifiziere eine Vorhersage des Modells, die du überprüfen könntest.
  4. Notiere, was das Modell nicht erklärt — den Rest — als Hinweis für künftige Untersuchung.

Evidenz

Das Externalisieren mentaler Modelle ist ein zentraler Schritt in der Kognitionswissenschaft und der Entscheidungsanalyse. Überzeugungen niederzuschreiben, bevor man sie bewertet, verringert Rückschaufehler und macht Selbstüberschätzung besser erkennbar — im Einklang mit Forschung zur Kalibrierung von Prognosen. (mechanistic)

Spezifische Studien zu "benenne dein Modell" als Praxis sind rar; der Wert ergibt sich prinzipiell aus Forschung zu explizitem vs. implizitem Denken und zur Kalibrierung von Prognosen.

Häufiger Fehler

Das Modell in einem Fachjargon zu benennen, der präzise klingt, aber tatsächlich zu vage ist, um Vorhersagen zu erzeugen — ein Modell, das alles erklären kann, erklärt nichts.

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