Erwische Menschen dabei, wie sie etwas richtig machen

Die meiste Führungsaufmerksamkeit geht an Probleme — gute Arbeit systematisch zu bemerken ist seltener und wirksamer.

Why it works

Negative Aufmerksamkeit ist auffällig und unmittelbar; positive Aufmerksamkeit wird oft vorausgesetzt oder auf formelle Anlässe verschoben. Wenn die Feedback-Schleife asymmetrisch ist — Korrektur zeitnah, Lob verzögert oder abwesend —, lernen Menschen, dass Leistung nur bemerkt wird, wenn sie scheitert, was paradoxerweise Leistungsangst steigern und diskretionären Einsatz senken kann. Gute Arbeit bewusst zu bemerken gleicht die Feedback-Schleife wieder aus, was das Verhalten verstärkt und echte Aufmerksamkeit vermittelt.

How to do it

  1. Baue die Gewohnheit auf, aktiv nach guter Arbeit zu suchen, nicht nur nach Problemen — Letzteres liegt den meisten Führungskräften bereits.
  2. Frage am Ende jeder Woche: „Wer hat diese Woche etwas getan, das es wert ist, benannt zu werden?“, und handle danach.
  3. Sei auch bei kleinem Lob konkret: „Wie du diese Frage im Meeting behandelt hast“ ist nützlicher als „schöne Arbeit heute“.
  4. Widersteh der Versuchung, Anerkennung für außergewöhnliche Leistung aufzusparen — konsequent gute Arbeit verdient konsequente Anerkennung.

Evidenz

Das Verhältnis positiver zu negativer Interaktionen wurde in Paar- und Arbeitsplatzforschung untersucht; höhere Verhältnisse von positiv zu negativ sind mit höherem Engagement und besserer Beziehungsqualität verbunden. „Erwische Menschen dabei, wie sie etwas richtig machen“ ist die Führungs-Umsetzung dieses Verhältnisprinzips. (observational)

Das Gottman-Verhältnis (fünf Positive zu einem Negativen) stammt aus der Paarforschung; die Übertragung auf Führungskontexte ist plausibel, aber das konkrete Verhältnis ist in Arbeitsplatzsettings nicht validiert. Das Prinzip, Korrektur mit Anerkennung auszubalancieren, ist breit belegt.

Häufiger Fehler

Anerkennung für Ergebnisse zu reservieren (Projekt geliefert) statt für Verhalten (die konkrete Art, wie jemand den schwierigen Moment gemeistert hat) — Ergebnislob ist zufällig (Ergebnisse hängen von vielen Faktoren ab), während Verhaltenslob präzise und handlungsleitend ist.

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