Kenne die drei Bedingungen, die Überrechtfertigung erzeugen

Der Effekt erfordert: anfängliches intrinsisches Interesse + erwartete Belohnung + Belohnung abhängig vom Ausführen der Aufgabe.

Why it works

Lepper und Kollegen zeigten, dass der Überrechtfertigungseffekt von einer bestimmten Kombination von Bedingungen abhängt. Die Belohnung muss erwartet (im Voraus bekannt), greifbar (nicht nur verbal) und abhängig von der Ausführung der Aktivität sein. Ändert sich eine Bedingung, verschiebt sich das Risikoprofil erheblich: unerwartete Belohnungen, qualitätsabhängige Belohnungen oder verbales Lob für Kompetenz zeigen in der Regel nicht dasselbe untergrabende Muster. Die Drei-Bedingungen-Struktur zu verstehen erlaubt, Anreize strategisch einzusetzen.

How to do it

  1. Prüfe vor dem Anbieten oder Erstellen einer Belohnung: Besteht anfängliches intrinsisches Interesse an dieser Aufgabe?
  2. Prüfe: Wird die Belohnung im Voraus bekannt sein (erwartet)?
  3. Prüfe: Ist die Belohnung abhängig vom Ausführen der Aktivität, unabhängig von der Qualität?
  4. Wenn alle drei mit Ja beantwortet werden, gestalte die Belohnung um (mache sie unerwartet, qualitätsabhängig oder verbal).

Evidenz

Die ursprüngliche Studie von Lepper, Greene & Nisbett (1973) zeigte den Effekt bei Kindern; nachfolgende Metaanalysen bestätigten, dass das Muster spezifisch für erwartete, greifbare, aufgabenabhängige Belohnungen bei Aufgaben mit anfänglichem intrinsischem Interesse gilt. (rct)

Cameron & Pierce (1994) führten eine konkurrierende Metaanalyse durch, die die Allgemeingültigkeit des Effekts anzweifelt. Der aktuelle Konsens ist, dass der Effekt für die genannten spezifischen Bedingungen real ist, aber „alle Belohnungen schaden aller Motivation“ ist nicht belegt.

Quellen

  • Lepper, Greene & Nisbett (1973), undermining children’s intrinsic interest with extrinsic reward, Journal of Personality and Social Psychology
  • Deci, Koestner & Ryan (1999), Psychological Bulletin meta-analysis of 128 studies

Häufiger Fehler

Die Überrechtfertigungs-Vorsicht auf alle Belohnungssituationen anzuwenden, einschließlich Aufgaben mit geringem Interesse, wo es keine intrinsische Motivation zu untergraben gibt — das führt dazu, nützliche Anreize unnötig vorzuenthalten.

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