Nachgeben — Kraft mit Sanftheit begegnen

Reagiere auf Konflikt oder Widerstand mit Geschmeidigkeit statt Gegendruck.

Why it works

Begegnest du Kraft mit Kraft, eskalierst du das System und schließt jede Route außer Dominanz. Wasser ist Laotses Vorbild: Es gibt jedem Hindernis nach, findet aber trotzdem einen Weg und wetzt schließlich Stein aus. Psychologisch verringert Nachgeben im Konflikt die Reaktanz der anderen Partei — auf Menschen, die gedrängt werden, gräbt sich fester ein; Menschen, denen mit Sanftheit begegnet wird, entspannen ihre Position oft. Das ist derselbe Hebel, den das „Mitgehen mit Widerstand“ des motivierenden Gesprächsführens nutzt.

How to do it

  1. Atme, wenn du dich defensiv oder unter Druck fühlst, und frage: „Was verlangt diese Situation von mir zu verstehen, nicht zu besiegen?“
  2. Formuliere die Position der anderen Person vollständig und genau wieder, bevor du deine eigene präsentierst.
  3. Suche nach dem Weg um das Hindernis herum, statt dem Weg hindurch.
  4. Übe, einen Atemzug lang innezuhalten, bevor du in einem angespannten Gespräch antwortest.

Evidenz

Das Prinzip des „Mitgehens mit Widerstand“ im motivierenden Gesprächsführen hat direkte beobachtende Evidenz: Ein konfrontativer Stil sagt mehr Widerstand und schlechtere Ergebnisse vorher; ein nachgebender, empathischer Stil sagt bessere vorher. Laotses Formulierung ist philosophisch, aber der Hebel ist real. (observational)

Die MI-Evidenz gilt für Beratungssettings; die Verallgemeinerung auf alltägliche Konflikte ist plausibel, aber nicht eigens untersucht.

Quellen

  • Miller, Benefield & Tonigan (1993), therapist confrontation vs. empathy and client outcomes, Journal of Consulting and Clinical Psychology

Häufiger Fehler

Nachgeben mit Kapitulation zu verwechseln — Nachgeben bedeutet, Kraft nicht mit Kraft zu begegnen, nicht deine Position oder Werte aufzugeben.

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