Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), praktisch erklärt

Die Kernprozesse der ACT, die Mechanismen dahinter und eine ehrliche Einschätzung der Evidenz

Was ist Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)?

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist eine Form der Gesprächstherapie, die hilft, das Kämpfen gegen schwierige Gedanken und Gefühle aufzugeben und stattdessen das zu tun, was einem wirklich wichtig ist – auch während diese Gedanken und Gefühle noch da sind. Von Steven Hayes entwickelt und auf der Relational Frame Theory gegründet – einer Erklärung dafür, warum Sprache Gedanken buchstäblich wahr erscheinen lässt – wirkt ACT durch sechs Kernprozesse: kognitive Defusion, Akzeptanz, Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment, Selbst-als-Kontext, Werte und engagiertes Handeln.

ACT wird bei Angst, Depression, Zwangsstörungen, chronischen Schmerzen, Sucht, Stress und Psychosen eingesetzt, häufig ergänzend zu anderen Behandlungen. Sitzungen finden meist wöchentlich statt und dauern mehrere Wochen bis wenige Monate; ein Therapeut begleitet durch Erfahrungsübungen, Metaphern und Achtsamkeitspraxis und hilft, wertorientierte Handlungsschritte für die Zeit zwischen den Sitzungen zu entwickeln.

Meta-Analysen, die Dutzende randomisierter Studien zusammenfassen, berichten verlässliche Vorteile bei einer Reihe psychischer und körperlicher Erkrankungen, wobei die Effekte je nach Störungsbild und Vergleichsbedingung variieren – ACT ist oft nicht besser als andere aktive Therapien wie die KVT. Das Hauptrisiko ist das übliche jeder Therapie, die dazu auffordert, dem Vermiedenen zu begegnen: Der Leidensdruck kann zunächst steigen, bevor er nachlässt. Die Unterseiten erklären jeden Prozess und den dahinterstehenden Mechanismus; sie beschreiben ACT – sie sind kein ACT-Kurs und ersetzen nicht die Arbeit mit einer qualifizierten Therapeutin.

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie macht einen ungewöhnlichen Zug: Sie versucht nicht zuerst, die Symptome zu reduzieren. Stattdessen baut sie psychologische Flexibilität auf – die Fähigkeit, präsent zu bleiben, Gedanken leicht zu halten und weiter nach den eigenen Werten zu handeln, auch wenn es unangenehm ist. ACT ist eine Therapie, die von ausgebildeten Kliniker:innen durchgeführt wird, die sie an die jeweilige Person anpassen; was folgt, ist eine Erklärung, wie die sechs Prozesse funktionieren – kein Ersatz dafür.

Nachfolgend sind die Prozesse beschrieben, jeweils mit dem zugrundeliegenden Mechanismus und einer nüchternen Einschätzung der Evidenz. Dies sind Fertigkeiten zum Verstehen und Üben, kein Ersatz für Behandlung, wenn sie gebraucht wird – und nichts hier ist als Versprechen über das eigene Erleben zu lesen.

Übungen

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