Frage „Bist du bereit, eine Lösung zu finden, die besser ist als das, was wir beide bisher gedacht haben?“

Eröffne das Gespräch mit einer einzigen Frage, die beide Parteien von Gegnern zu Mitgestaltenden zurücksetzt.

Why it works

Die Frage tut zweierlei gleichzeitig: Sie signalisiert echte Offenheit (senkt die Bedrohungsreaktion der anderen Person) und verpflichtet beide Parteien auf einen kollaborativen Rahmen, bevor irgendwelche Vorschläge auf dem Tisch liegen. Sobald jemand ja sagt, wird das Verteidigen einer Position kognitiv inkonsistent mit der gerade eingegangenen Verpflichtung.

How to do it

  1. Frage, bevor du deine eigene Position oder Agenda präsentierst: „Wärst du bereit, nach einer Lösung zu suchen, die besser ist als das, was wir beide gerade vorschlagen?“
  2. Warte auf eine echte Antwort — behandle ein höfliches Ja nicht als ausreichend.
  3. Erkunde, wenn sie nein sagen oder skeptisch sind, was ihnen genug Sicherheit geben würde, um ja zu sagen.
  4. Geht erst zur Definition der Erfolgskriterien über, nachdem beide Parteien dem Rahmen zugestimmt haben.

Evidenz

Der Wechsel von positionellem zu interessensbasiertem Rahmen ist in der Verhandlungsforschung gut gestützt. Integratives Verhandeln — nach Lösungen zu suchen, die den Kuchen vergrößern — übertrifft positionelles Verhandeln zuverlässig sowohl bei gemeinsamen Gewinnen als auch bei der Beziehungsqualität. (observational)

Die Bezeichnung „dritte Alternative“ und die konkrete Vier-Fragen-Sequenz sind Coveys Rahmung; die zugrundeliegende Forschung zum integrativen Verhandeln ist unabhängig davon.

Quellen

  • Fisher, Ury & Patton, Getting to Yes (1981) — foundational text on interest-based negotiation

Häufiger Fehler

Die Frage zu stellen, während man innerlich noch an der eigenen ursprünglichen Lösung als wahrscheinlicher Antwort festhält — die andere Person liest diese Inkongruenz, und der Rahmen bricht zusammen.

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