Definiert gemeinsam, wie Erfolg aussieht, bevor ihr Lösungen vorschlagt

Einigt euch auf die Kriterien, die eine gute Lösung erfüllen muss, bevor eine Seite irgendetwas vorschlägt.

Why it works

Vorschläge laden zu sofortiger Bewertung und Gegenvorschlag ein — die Spirale des positionellen Verhandelns. Kriterien heben das Gespräch eine Ebene höher, zu Interessen und Werten, wo Einigkeit weit leichter fällt. Eine gemeinsame Erfolgsdefinition wirkt dann als objektiver Maßstab, an dem jede vorgeschlagene Lösung gemessen werden kann, was die Bewertung entpersonalisiert.

How to do it

  1. Frage: „Wie sieht eine gewinnende Lösung für dich aus? Was muss sie erreichen?“
  2. Liste alle genannten Kriterien sichtbar auf (Whiteboard, gemeinsames Dokument), damit sich keine Seite ungehört fühlt.
  3. Suche nach Überschneidungen und scheinbaren Widersprüchen in den Kriterien — beides ist Information.
  4. Einigt euch auf die kombinierte Liste, bevor ihr Lösungen generiert.

Evidenz

Interessen von Positionen zu trennen ist der am häufigsten replizierte Befund der Verhandlungsforschung. Gruppen, die gemeinsame Erfolgskriterien klären, bevor sie Vorschläge machen, erreichen integrativere Vereinbarungen. (observational)

Der Großteil dieser Forschung stammt aus Labor- oder Organisationssettings; reale politische und zwischenmenschliche Konflikte bringen Machtdynamiken mit sich, die die Methode verkomplizieren.

Quellen

  • Pruitt & Carnevale (1993), Negotiation in Social Conflict — review of integrative bargaining research

Häufiger Fehler

Die eigenen Erfolgskriterien als die Kriterien zu rahmen und dann die andere Seite zu bitten, ihre hinzuzufügen — das stellt die positionelle Dynamik innerhalb eines Kriterien-Rahmens wieder her.

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