Ankommen: Offen bemerken, was gerade geschieht

Halte inne und erkenne Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen an, ohne sie zu bearbeiten.

Why it works

Die Ankommensphase wirkt dem „Autopiloten“-Modus entgegen, in dem sich Stress unbemerkt aufbaut. Indem du bewusst benennst, was präsent ist — auch unangenehme Gedanken oder Anspannung —, schaltet sich der präfrontale Kortex wieder mit der Erfahrung ein, statt blind darauf zu reagieren. Dieser kurze Akt des Anerkennens verringert den verstärkenden Effekt, den Vermeidung und Unterdrückung auf negativen Affekt haben.

How to do it

  1. Unterbrich, was du tust, und setze dich, wenn möglich, aufrecht hin.
  2. Frage still: „Welche Gedanken sind gerade da? Welche Gefühle? Welche Körperempfindungen?“
  3. Bemerke jedes, ohne zu versuchen, es zu verändern — benenne es kurz („ängstlich“, „enge Brust“).
  4. Verbringe etwa 60 Sekunden mit diesem Schritt.

Evidenz

Der Ankommensschritt wendet Dezentrierung an — einen Schritt von Gedanken zurückzutreten, um sie zu beobachten —, was die MBCT-Forschung als Kernmechanismus ihres Rückfallpräventionseffekts identifiziert. Metaanalysen zu MBCT finden signifikante Effekte auf depressive Rückfälle, obwohl die Atemraum-Teilkomponente nicht in eigenen Studien isoliert wurde. (clinical)

Die Evidenzbasis betrifft MBCT als Gesamtprogramm; dieser Schritt ist eine Komponente, keine eigens randomisierte Intervention.

Quellen

  • Piet & Hougaard (2011), meta-analysis of MBCT for recurrent depression, Clinical Psychology Review

Häufiger Fehler

Diese Phase zu übereilen, um zum „beruhigenden Teil“ (dem Atem) zu kommen, was das Anerkennen überspringt, das die gesamte Praxis wirken lässt.

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