Traumainformiertes Yoga: Bewegung als Weg zu Sicherheit
Evidenzbasierte Yoga-Praktiken, die körperliche Sicherheit wiederherstellen, ohne erneut zu triggern
Was ist traumainformiertes Yoga und wie heilt es Trauma?
Traumainformiertes Yoga, vor allem von David Emerson am Trauma Center in Boston entwickelt, passt Yoga-Praktiken an, um gefühlte Sicherheit, interozeptive Wahlfreiheit und Autonomie zu priorisieren – die Bedingungen, die traumatische Erfahrung entzieht. Ein RCT an Frauen mit behandlungsresistenter PTBS fand, dass das Trauma-Center-Protokoll PTBS-Symptome im Vergleich zu einer Kontrollbedingung signifikant reduzierte, was es zu einem der besser belegten körperbasierten Trauma-Zusatzverfahren macht.
Standard-Yoga wurde für Menschen entwickelt, die sich in ihrem Körper sicher fühlen. Traumaüberlebende tun das oft nicht. David Emersons traumainformiertes Yoga (TIY), entwickelt am Trauma Center des Justice Resource Institute, modifiziert sowohl die Haltungen als auch den Beziehungsstil des Yoga, um Vorhersagbarkeit, Wahlfreiheit und eine nicht-zwanghafte Umgebung zu schaffen – das Gegenteil dessen, was Trauma erzeugt. Die Kerneinsicht: Bewegung kann entweder bestätigen, dass der Körper ein gefährlicher Ort ist, oder, sorgfältig ausgeführt, dieses Urteil verändern. Es folgen die Kernpraktiken, jeweils mit dem Mechanismus, der sie wirksam macht.
Übungen
- Interozeptives Bemerken in der Bewegung
Achten Sie darauf, wie sich eine Bewegung von innen tatsächlich anfühlt, statt darauf, wie sie von außen aussieht.
- Mit einladender Sprache üben
Empfangen (und geben) Sie Bewegungshinweise als Einladungen, die Sie annehmen, anpassen oder ablehnen können – nicht als Anweisungen, denen zu gehorchen ist.
- Innerhalb Ihres Toleranzfensters bewegen
Wählen Sie eine Bewegungsintensität, die Empfindung erzeugt, ohne Überwältigung oder Abschalten auszulösen.
- Erdung durch physischen Kontakt mit Oberflächen
Nutzen Sie den gespürten Druck von Boden, Stuhl oder Wandkontakt, um Ihr Nervensystem im gegenwärtigen Moment zu verankern.
- Orientierungsreaktions-Praxis
Lassen Sie Augen und Kopf langsam durch den Raum wandern, um Ihrem Nervensystem zu signalisieren, dass die Umgebung sicher ist.
- Bewusste Wahl in der Bewegung üben
Treffen Sie während der Bewegung explizite Mikroentscheidungen, um das gefühlte Erleben von Handlungsfähigkeit wieder aufzubauen.
- Rhythmus und Wiederholung zur Regulation nutzen
Rhythmische, vorhersehbare Bewegungssequenzen beruhigen das Nervensystem durch zeitliche Vorhersagbarkeit.
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