Das obere Stockwerk des Gehirns durch Neugier und Spiel einbeziehen
Stelle Fragen, die das Kind zwingen zu denken, sich vorzustellen oder eine andere Perspektive zu berücksichtigen.
Why it works
Der präfrontale Kortex entwickelt sich durch Gebrauch: Ein Kind zu bitten, sich die Gefühle einer anderen Person vorzustellen, Konsequenzen zu bedenken oder eine kreative Lösung zu finden, ist buchstäblich Training für die Schaltkreise, die für Empathie, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung zuständig sind. Spielerisches Einbeziehen dieser Fähigkeiten in ruhigen Momenten baut die neurologische Infrastruktur auf, auf die das Kind während emotionaler Ausbrüche zurückgreift.
How to do it
- Stelle in ruhigen Momenten perspektivübernehmende Fragen: „Wie glaubst du, hat sich dein Freund gefühlt, als das passiert ist?“
- Nutze Was-wäre-wenn-Spiele: „Was würdest du tun, wenn…?“
- Lade das Kind nach einem gelösten Konflikt ein zu erklären, warum sich etwas unfair angefühlt hat und wie es anders gelöst werden könnte.
- Lobe den Denkprozess, nicht nur die Antwort: „Das war wirklich durchdacht.“
Evidenz
Exekutive Funktionen und Perspektivübernahme entwickeln sich durch Übung während der gesamten Kindheit; strukturierte Herausforderungen dieser Fähigkeiten unterstützen ihre Entwicklung, im Einklang mit den Prinzipien nutzungsabhängiger neuronaler Entwicklung. (mechanistic)
Nutzungsabhängige kortikale Entwicklung ist gut etabliert; dass bestimmte Erziehungsfragen diese Schaltkreise aufbauen, ist eine prinzipielle Schlussfolgerung, keine direkt untersuchte Kausalbehauptung.
Quellen
- Diamond, A. (2013). Executive functions. Annual Review of Psychology, 64, 135–168.
Häufiger Fehler
Perspektivübernehmende Fragen während oder unmittelbar nach einem Konflikt zu stellen, wenn das obere Stockwerk noch offline ist – diese Übungen bauen Kapazität nur auf, wenn das Kind ruhig genug ist, um die trainierten Schaltkreise zu nutzen.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das kindliche Gehirn ganzheitlich verstehen (Siegel & Bryson)
- Erst emotional verbinden, bevor du umlenkst oder erklärst
Das untere Stockwerk des Gehirns muss anerkannt werden, bevor das obere Stockwerk etwas hören kann.
- Benennen, um zu zähmen: die Geschichte des großen Gefühls erzählen
Hilf dem Kind zu erzählen, was passiert ist und wie es sich angefühlt hat – Erzählen ist Gehirnintegration.
- Körperliche Bewegung nutzen, um den Zustand des Nervensystems zu verändern
Wenn das Kind in einem erhöhten Zustand feststeckt, kann Bewegung die physiologische Grundlinie schneller verschieben als Worte.
- Mindsight durch das Spiegeln innerer Erfahrung aufbauen
Beschreibe deine eigene innere Erfahrung im Alltagsgespräch, um die „Innenschau“-Fähigkeit des Kindes aufzubauen.
- Ein „Ja-Gehirn“ kultivieren: Neugier, Mut und Resilienz statt Reaktivität
Begegne der Welt des Kindes mit Neugier und Offenheit statt mit Bedrohung und Kontrolle.
Verwandte Konzepte
- Emotionscoaching (John Gottman)
Why feelings are the doorway, not the problem
- Kollaboratives Problemlösen (Ross Greene)
Why kids explode and the skill-building conversation that replaces consequences
- Ko-Regulation: Ruhe von einem anderen Nervensystem leihen
Why steady presence settles a nervous system, and how to offer and receive it