R — Erkennen, was gerade passiert

Innehalten und benennen, was tatsächlich präsent ist: "Angst ist hier", "Wut ist hier", "Scham ist hier".

Why it works

Affektbenennung – eine Emotion in Worte fassen – aktiviert den präfrontalen Kortex und reduziert gleichzeitig die Amygdala-Aktivität, wodurch die emotionale Ladung gedämpft wird. Erkennen unterbricht auch die automatische Verhaltenskette, die eine unerkannte Emotion sonst antreiben würde: Man kann auf etwas, das man nicht bewusst wahrgenommen hat, nicht achtsam reagieren. Selbst ungenaues Benennen ("etwas stimmt nicht") setzt die Unterbrechung in Gang.

How to do it

  1. Wenn Sie sich reaktiv, verkrampft oder daneben fühlen – halten Sie 10–30 Sekunden inne.
  2. Fragen Sie: "Was geschieht gerade in mir?"
  3. Benennen Sie, was Sie finden: eine Emotion, eine Körperempfindung, ein Gedankenmuster.
  4. Verwenden Sie unpersönliche Sprache: "Wut ist hier" statt "Ich bin wütend", um leichte beobachtende Distanz zu schaffen.

Evidenz

Affektbenennung gehört zu den zuverlässiger untersuchten Emotionsregulationstechniken. Labor- und Neuroimaging-Forschung zeigt, dass das Benennen von Emotionen Amygdala-Aktivität und subjektive emotionale Intensität im Vergleich zu unbenannter Erfahrung senkt. (observational)

Neuroimaging-Studien sind meist klein; die klinische Anwendung innerhalb von RAIN wurde nicht eigenständig erprobt. Effektstärken in der Affektbenennungsforschung sind moderat.

Quellen

Häufiger Fehler

Den Auslöser statt der Emotion zu benennen ("die Arbeit ist stressig") statt des inneren Zustands ("Angst ist hier") – das hält die Aufmerksamkeit außen statt innen.

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