Eine Vertrauensperson in wichtige AARs einbeziehen

Selbst durchgeführte AARs haben blinde Flecken; eine Peer- oder Coach-Person, die nicht im Ereignis war, sieht die kausale Geschichte anders.

Why it works

Selbstdienliches Zuschreibungsbias und narrative Glättung sind in der Gedächtnis- und Zuschreibungsforschung gut dokumentiert: Menschen überarbeiten unbewusst ihre Darstellung von Ereignissen, um Selbstwert zu schützen und eine kohärente Erzählung zu bewahren. Eine begleitende Partnerperson, die nicht im Ereignis war, kann Fragen stellen, die Widersprüche in der kausalen Darstellung aufdecken, die die überprüfende Person innerhalb ihrer eigenen Erzählung nicht erkennen kann.

How to do it

  1. Lade bei wichtigen Ereignissen (große Präsentationen, bedeutende Konflikte, Projektergebnisse) eine Vertrauensperson oder einen Coach zum Debrief ein.
  2. Gib ihnen die Vier-Fragen-Struktur im Voraus, damit sie präzise Nachfragen stellen können.
  3. Gib ihnen ausdrückliche Erlaubnis, deiner kausalen Darstellung ohne soziale Strafe zu widersprechen.
  4. Führe am nächsten Tag ein Solo-AAR durch, um zu integrieren, was die begleitete Sitzung ans Licht gebracht hat.

Evidenz

Team-Debrief-Forschung zeigt durchgängig, dass begleitete Debriefs mit externer Perspektive selbstgesteuerte Rückschauen beim Lerntransfer übertreffen, teils weil die begleitende Person Fragen stellt, die selbstschützende Erzählungen durchdringen. (observational)

Dieser Befund stammt aus Team-Debriefs; die Übertragung der Peer-Begleitung auf individuelle AARs ist eine praxisorientierte Extrapolation.

Quellen

Häufiger Fehler

Eine zu unterstützende Person als Begleitung zu wählen, die die kausale Darstellung nicht infrage stellt — der Wert eines Peer-AAR liegt im ehrlichen Widerspruch, nicht in der Bestätigung.

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