Systemursachen von individuellen Ursachen in der Analyse unterscheiden

Die meisten Misserfolge haben Systemursachen und individuelle Ursachen; nur die individuelle zu beheben lässt das System dasselbe Ergebnis erneut erzeugen.

Why it works

Zuschreibungsforschung zeigt, dass Menschen standardmäßig zu persönlicher Zuschreibung ("ich habe einen Fehler gemacht") statt zu situativer Zuschreibung ("das System machte diesen Fehler leicht") neigen, besonders bei Selbstanalyse. Systemursachen — mehrdeutige Prozesse, fehlende Information, fehlausgerichtete Anreize — tendieren dazu, sich zu wiederholen, bis sie strukturell angegangen werden. Individuelle Lösungen für Systemprobleme erzeugen vorübergehende Verbesserung gefolgt von Rückfall.

How to do it

  1. Frag in der Ursachenanalyse beides: "Was habe ich getan, das beigetragen hat?" und "Was an der Situation oder dem System machte dieses Ergebnis wahrscheinlicher?"
  2. Suche bei wiederkehrenden Lückenmustern über mehrere AARs hinweg gezielt nach der Systemursache, statt die individuelle Lösung erneut anzuwenden.
  3. Setze Systemänderungen (Checklisten, Prozessänderungen, Umgebungsredesigns) um, wenn sich ein Muster mehr als zweimal wiederholt.

Evidenz

Forschung zu menschlichen Faktoren und Sicherheit findet durchgängig, dass Systembeitragsfaktoren in Nachereignisanalysen untergewichtet werden und dass individuelle Schuldzuweisungsreaktionen fehlerproduzierende Systeme intakt lassen. (clinical)

Sicherheitstechnische Forschung konzentriert sich auf Bereiche mit hohen Konsequenzen; das System-versus-Individuum-Zuschreibungsprinzip verallgemeinert sich auf persönliche Produktivität und Leistung, aber die Einsätze und Einsatzstrukturen unterscheiden sich.

Quellen

Häufiger Fehler

Dieselbe Lücke wiederholt mit derselben individuellen Lösung zu beheben, ohne zu fragen, ob das System die Lücke trotz individueller Anstrengung zuverlässig erzeugt.

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