Mehrdeutigkeitsaversion — Warum unbekannte Chancen sich schlechter anfühlen als schlechte Chancen

Die Psychologie der unbekannten Chancen — und wie man aufhört, Unvertrautheit als Gefahr zu tarnen

Warum bevorzugen wir bekannte Risiken gegenüber unbekannten?

Mehrdeutigkeitsaversion, demonstriert durch Daniel Ellsbergs Paradox von 1961, ist die Tendenz, Wetten mit bekannten Wahrscheinlichkeiten gegenüber Wetten mit unbekannten Wahrscheinlichkeiten zu bevorzugen — selbst wenn der Erwartungswert identisch ist oder die unbekannte Option besser sein könnte. Sie wird durch Unbehagen mit Knight'scher Unsicherheit getrieben und lenkt Menschen systematisch von unvertrauten, aber potenziell wertvollen Gelegenheiten weg.

1961 zeigte Daniel Ellsberg, dass Menschen systematisch das Ziehen aus einer Urne mit bekannter Zusammensetzung gegenüber einer mit unbekannter Zusammensetzung bevorzugen — selbst wenn die bekannte Urne ausdrücklich schlecht ist. Das verletzt die Erwartungsnutzentheorie und offenbart eine eigenständige Aversion gegen Knight'sche Unsicherheit (unbekannte Chancen), getrennt von der Aversion gegen bekanntes Risiko. Die praktischen Konsequenzen sind groß: Heimatlandbias bei Investitionen, Widerstand gegen neue Märkte, Übergewichtung historischer Daten und Lähmung bei wirklich neuartigen Entscheidungen. Die Praktiken hier unterscheiden echte Unsicherheit von Unvertrautheit und liefern Werkzeuge, um bei beidem intelligent zu handeln.

Übungen

Übe das mit IX Coach

Übe das mit IX Coach

Verwandte Konzepte