Attributionstraining für Erfolg, nicht nur für Misserfolg

Attributionstraining läuft in beide Richtungen: auch echte Erfolge genau erklären, sich stabile, interne Anerkennung geben statt den Gewinn als Glück abzutun.

Why it works

Attributionstraining wird fast immer als Misserfolgsintervention gelehrt, was die Hälfte des Mechanismus ungenutzt lässt. Die von Weiner identifizierten Dimensionen gelten für jedes Ergebnis, und wie man ein gutes Ergebnis erklärt, entscheidet, ob es etwas an einem selbst verändert. Ein Erfolg, der als instabil und extern erklärt wird („Ich hatte Glück“, „die Latte war niedrig“, „das hätte jeder geschafft“), wird durch seine eigene Erklärung daran gehindert, das eigene Gefühl dessen zu aktualisieren, was man kann — das Ereignis fand statt, aber nichts an einem selbst wurde revidiert, sodass die nächste vergleichbare Herausforderung mit denselben Erwartungen wie zuvor angegangen wird. Deshalb kann eine Bilanz echter Leistung neben einer unveränderten Überzeugung der Unzulänglichkeit bestehen: jeder Gewinn wurde erklärt, sobald er eintraf. Die Erfolgsseite zu trainieren bedeutet zu fragen, was tatsächlich intern und wiederkehrend an dem war, was man eingebracht hat — Können, Vorbereitung, eine charakteristische Herangehensweise an das Problem —, sodass die Erklärung genau genug ist, um als Erwartung für künftige Situationen mitgenommen zu werden, statt nur eine Tatsache über eine vergangene zu sein.

How to do it

  1. Nach einem echten Erfolg die Erklärung aufschreiben, die einem als Erstes einfällt.
  2. Ist sie stark extern oder glücksbasiert, dieselbe Dreidimensionen-Analyse anwenden: was war intern, stabil und spezifisch-aber-wiederkehrend an dem, was man eingebracht hat?
  3. Einen Satz aufschreiben, der einem ehrliche Anerkennung für den stabilen, internen Beitrag gibt.
  4. Beachten: Es geht um Genauigkeit, nicht um Eigenwerbung — nur beanspruchen, was man tatsächlich beigetragen hat.

Evidenz

Forschung zu selbstdienlichem Attributionsbias zeigt, dass Menschen Erfolg oft externer zuschreiben, als gerechtfertigt ist; bei Menschen mit geringem Selbstwert und Hochstapler-Neigung läuft der Bias in die andere Richtung. Weiners Modell sagt vorher, dass interne, stabile Erfolgsattributionen Stolz und Erwartung künftigen Erfolgs erzeugen. (observational)

Die bidirektionale Anwendung von Attributionstraining ist prinzipiengeleitet; der Forschungsschwerpunkt lag stärker auf Misserfolgsattribution als auf Erfolgsattribution, besonders in Interventionsstudien.

Quellen

  • Weiner (1985), "An attributional theory of achievement motivation and emotion", Psychological Review

Häufiger Fehler

Erfolgsattributionen zu beanspruchen, die nicht gerechtfertigt sind — überzogene intern-stabile Attributionen für Erfolg erzeugen Arroganz und ungenaue Selbsteinschätzung, was sich von ehrlicher Anerkennung unterscheidet.

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