Aussagen im vertrauten Terrain durch Fragen ersetzen

Formuliere überall dort, wo du normalerweise eine Schlussfolgerung äußern würdest, stattdessen eine echte Frage.

Why it works

Aussagen schließen die Untersuchung ab; Fragen halten sie offen. Im vertrauten Terrain wandelt sich Zuversicht natürlich in Behauptungen um, was die Wahrnehmung von Alternativen verschließt. Aussagen durch echte – nicht rhetorische – Fragen zu ersetzen, bewahrt die Möglichkeit, dass die Realität nicht ganz dem entspricht, was die Expertise vorhersagt. Das kommt dem nahe, was Erkenntnistheoretiker kalibrierte Unsicherheit nennen und Wissenschaftler eine Nullhypothese.

How to do it

  1. Wenn du merkst, dass du gerade sagen willst „So funktioniert X“, halte inne und formuliere um: „Funktioniert X wirklich so?“
  2. Lass die Frage 30 Sekunden stehen, bevor du sie beantwortest, und suche nach Hinweisen, die sie widerlegen könnten.
  3. Biete deine selbstsichere Ansicht im Team als „Mir fällt auf, dass ich X annehme – stimmt das?“ an.
  4. Übe das wöchentlich in einem Bereich, in dem deine Expertise am größten ist.

Evidenz

Actively open-minded thinking — the disposition to question one’s own conclusions — is predictive of better epistemic outcomes and less susceptibility to cognitive bias. The question-replacing-statement technique is a practical delivery of this disposition. (observational)

Actively open-minded thinking is a stable trait correlated with outcomes; whether practicing question-framing increases it is plausible but not directly studied.

Quellen

Häufiger Fehler

Rhetorische Fragen zu verwenden, die die Antwort schon enthalten („Findest du nicht auch, dass X offensichtlich ist?“) – das spielt Unsicherheit nur vor, statt sie zu erleben.

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