Positive Emotion während Widrigkeiten zulassen, nicht erst danach

Mitten in Stress und Schwierigkeiten selbst kleine echte positive Momente zu finden, ist ein Resilienzmechanismus, kein Verrat an der Schwierigkeit.

Why it works

Fredricksons Resilienzforschung zeigte, dass hoch resiliente Menschen verlässlich positive Emotionen – Dankbarkeit, Liebe, Interesse – zeigen, selbst mitten in Trauer und Widrigkeiten. Diese sind nicht erzwungen oder vorgetäuscht; sie entstehen aus denselben Quellen und Beziehungen, die der Person wichtig sind. Die positiven Emotionen heben die Trauer nicht auf; sie liefern einen Gegenpunkt, der die kardiovaskuläre Erholung physiologisch beschleunigt und das Fehlen positiver Emotion verhindert, das zu Depression führt.

How to do it

  1. Bemerke während einer schwierigen Zeit bewusst alles, was eine echte kleine positive emotionale Reaktion erzeugt – einen Moment der Schönheit, einen Moment des Humors, ein Gefühl der Dankbarkeit für etwas Bestimmtes.
  2. Unterdrücke den positiven Moment nicht aus Rücksicht auf die Schwierigkeit – das ist genau der Interventionspunkt, an dem Resilienz sich von stoischem Aushalten unterscheidet.
  3. Lass beide emotionalen Erfahrungen koexistieren: echte Trauer und echte Dankbarkeit schließen sich nicht aus, und die Koexistenz selbst ist der Mechanismus.

Evidenz

Fredrickson’s prospective study following 9/11 found that pre-event positive emotionality predicted resilient outcomes, and that positive emotions during the crisis mediated the relationship. Cardiovascular recovery studies show that positive emotions accelerate recovery from prior stress arousal. (observational)

Prospective observational design; direction of causation between positive emotionality and resilience is difficult to establish. Forced positive emotion in crisis is not the mechanism — the finding is about naturally occurring positive moments.

Quellen

  • Fredrickson et al. (2003), What good are positive emotions in crises? A prospective study of resilience and emotions following the terrorist attacks on the United States on September 11th, 2001, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Zu glauben, dass das Anerkennen positiver Momente während Widrigkeiten die Schwierigkeit verharmlost oder respektlos ist – die Evidenz legt nahe, dass die Koexistenz von positiver und negativer Emotion in Widrigkeiten das Kennzeichen von Resilienz ist, nicht von Verleugnung.

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