Reizsubstitution: Ein neues Verhalten mit einem bestehenden konditionierten Auslöser paaren

Reizsubstitution bedeutet, ein neues Verhalten an einen Auslöser anzuknüpfen, der bereits zuverlässig feuert, sodass die neue Reaktion die konditionierte Kraft des alten Auslösers nutzt.

Why it works

Reizsubstitution ist der Fachbegriff der klassischen Konditionierung dafür, eine neue Reaktion auf einen bereits konditionierten Auslöser zu pfropfen, statt eine neue Auslöser-Verhalten-Assoziation von Grund auf aufzubauen. Der Auslöser ist bereits ein starker Prädiktor für den Verhaltensmoment; das Ersetzen der alten Reaktion durch eine neue reduziert die Erwerbskosten. Dies ist der neurologische Mechanismus hinter Habit Stacking – er funktioniert, weil der Auslöser konditioniert wurde, nicht bloß bemerkt.

How to do it

  1. Identifizieren Sie einen stark konditionierten Auslöser, der bereits zuverlässig eine Verhaltensreaktion hervorruft (Morgenkaffee, Hinsetzen am Schreibtisch, Mittagszeit).
  2. Entscheiden Sie sich für das neue Verhalten, das Sie anknüpfen möchten.
  3. Führen Sie das neue Verhalten unmittelbar und konsequent nach dem konditionierten Auslöser aus, für mindestens 30 aufeinanderfolgende Wiederholungen.
  4. Halten Sie das neue Verhalten kurz genug, dass es die Kraft des Auslösers für die ursprüngliche Reaktion nicht stört.

Evidenz

Auslöserbasierte Gewohnheitsbildung durch kontiguierte Paarung ist in der Gewohnheitsforschung gut belegt. Der zugrunde liegende Konditionierungsmechanismus ist grundlegend; die Habit-Stacking-Anwendung ist damit konsistent. (mechanistic)

Die Bezeichnung „Reizsubstitution“ ist eine mechanistische Beschreibung; direkte experimentelle Tests des Pfropfens neuer Verhaltensweisen auf konditionierte Auslöser beim Menschen sind im Vergleich zur Tierliteratur begrenzt.

Quellen

  • Lally et al. (2010), "How are habits formed," European Journal of Social Psychology — on context-cue repetition in habit formation

Häufiger Fehler

Einen Auslöser zu verwenden, der nicht konsequent vorhanden ist – Variabilität im Auslöser verhindert, dass sich die Assoziation festigt, was den Erwerb erheblich verlangsamt.

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