Artikulations-Aufforderungen

Bitten Sie Lernende, ihr Denken vor, während und nach einer Aufgabe zu erklären, um implizites Wissen sichtbar zu machen und zu stärken.

Why it works

Eine Erklärung zu generieren erfordert, dass der Lernende identifiziert, was er weiß, Lücken erkennt und Wissen in eine kommunizierbare Struktur bringt — all das vertieft die Enkodierung. Artikulation liefert dem Coach auch Material, auf das er reagieren kann: eine korrekte Erklärung bedeutet, dass das Konzept verinnerlicht ist; eine falsche offenbart genau das anzugehende Fehlkonzept. Collins et al. identifizieren Artikulation als das Gegenstück zum Vormachen — der Lernende tut für sich selbst, was der Experte beim lauten Denken getan hat.

How to do it

  1. Fragen Sie vor der Aufgabe: „Was ist dein Plan, und warum?“
  2. Fragen Sie während der Aufgabe an einem Entscheidungspunkt: „Warum hast du das gerade gemacht?“
  3. Fragen Sie nach der Aufgabe: „Was würdest du anders machen und warum?“
  4. Achten Sie auf Lücken zwischen dem geäußerten Denken und dem tatsächlichen Verhalten — diese Lücken sind die Coaching-Ziele.

Evidenz

Das Generieren von Erklärungen (Selbsterklärungseffekt) übertrifft in der Lernforschung durchgehend erneutes Lesen und passives Lernen. Der Selbsterklärungseffekt ist beim Lernen mit durchgearbeiteten Beispielen in Mathematik, Physik und Biologie dokumentiert. (rct)

Selbsterklärungsforschung nutzt typischerweise Text und durchgearbeitete Beispiele; Artikulation während begleiteter Leistungsaufgaben stützt sich auf denselben Mechanismus, ist aber in genau dieser Form weniger direkt repliziert.

Quellen

Häufiger Fehler

Oberflächliche Artikulation zu akzeptieren („Ich habe es gemacht, weil es richtig erschien“), statt nach dem tatsächlichen Denken zu forschen, was echten Fehlkonzepten erlaubt, sich hinter selbstbewusst klingender Vagheit zu verstecken.

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