Konfuzianische Selbstkultivierung: Der Mencius-Ansatz
Mencius über das Wachsen des moralischen Selbst durch Praxis, Gemeinschaft und Reflexion
Wie übt man konfuzianische Selbstkultivierung?
Mencianische Selbstkultivierung besagt, dass moralischer Charakter durch bewusste Übung ritueller Angemessenheit, Reflexion über das eigene Verhalten, schrittweise Erweiterung angeborener Güte (ren) und Eintauchen in eine Gemeinschaft der Tugend kultiviert wird. Die Methode dreht sich weniger um Einsicht und mehr um wiederholte, kontexteingebettete Praxis – Charakter wird aufgebaut wie körperliche Fertigkeit aufgebaut wird, nicht indem man das Richtige weiß, sondern indem man es tut, bis es natürlich wird.
Mencius (ca. 372–289 v. Chr.) ist der psychologisch reichste der konfuzianischen Denker. Wo Konfuzius Riten und Beziehungen betonte, fügte Mencius eine Auffassung menschlicher moralischer Natur hinzu: Wir sind mit vier "Keimen" geboren – den Anfängen von Güte, Rechtschaffenheit, ritueller Angemessenheit und moralischer Weisheit – und Kultivierung bedeutet, diese Keime durch Übung zu nähren statt Tugend von außen zu importieren. Die folgenden Praktiken extrahieren die lebendige Methode und übersetzen sie in alltägliche Anwendung.
Übungen
- Die dreiteilige tägliche Selbstprüfung
Jeden Tag mit drei Fragen beenden, die Zengzi – Konfuzius' Schüler – vorgab: Loyalität, Vertrauenswürdigkeit, Meisterschaft.
- Mitfühlende Impulse bemerken und erweitern
Wenn du einen spontanen Impuls zu Mitgefühl oder Fairness spürst, danach handeln statt ihn zu unterdrücken.
- Lernen durch das Studium von Vorbildern
Das Verhalten einer Person studieren, die du als vorbildlich betrachtest, und ein spezifisches Verhalten identifizieren, das du nachahmen kannst.
- Li üben: rituelle Angemessenheit in der Routine
Eine wiederkehrende Interaktion wählen und sie mit voller bewusster Aufmerksamkeit als eine Form der Übung behandeln.
- Die konzentrische Erweiterung von ren
Die Qualität der Fürsorge, die du für die dir Nächsten hast, bewusst auf entferntere Andere ausweiten.
- Ermahnung: der Mut, ehrliche Korrektur anzubieten
Wenn jemand, der dir wichtig ist, auf Schaden oder Fehler zusteuert, den Mut finden, es klar, aber respektvoll zu sagen.
- Eine Gemeinschaft gegenseitiger Tugend kultivieren
Deine regelmäßigen sozialen Umgebungen mit der Frage wählen: "Bringt diese Gemeinschaft mein besseres Selbst hervor?"
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