Der Konjunktionsfehlschluss — Wenn „mehr Details“ wahrscheinlicher wirkt

Wie narrative Stimmigkeit das Wahrscheinlichkeitsurteil täuscht — und wie man das durchschaut

Was ist der Konjunktionsfehlschluss und das Linda-Problem?

Der Konjunktionsfehlschluss ist die gut belegte Tendenz, eine spezifische Kombination von Ereignissen als wahrscheinlicher einzuschätzen als eine ihrer Einzelkomponenten — bekannt geworden durch Kahnemans und Tverskys Linda-Problem. Er entsteht, weil lebendige, typische Details das Wahrscheinlichkeitsurteil kapern, und die Lösung besteht darin, anhand von Basisraten statt narrativer Stimmigkeit zu urteilen.

Kahnemans und Tverskys Linda-Problem von 1983 zeigte einen auffälligen Fehler: Als Versuchspersonen erfuhren, Linda sei Philosophieabsolventin mit Engagement für soziale Gerechtigkeit, bewerteten sie „Linda ist Bankangestellte und feministische Aktivistin“ als wahrscheinlicher als „Linda ist Bankangestellte“ — obwohl die Konjunktion nie wahrscheinlicher sein kann als jede ihrer Komponenten allein. Der Fehler bleibt selbst bei Personen mit Wahrscheinlichkeitstraining bestehen. Die Praktiken hier zielen auf die repräsentativitätsgetriebenen Abkürzungen, die diesen Fehler erzeugen — nicht nur bei Lehrbuchrätseln, sondern bei Karriereentscheidungen, medizinischem Denken und strategischer Planung.

Übungen

Übe das mit IX Coach

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