Die Kette rückwärts betrachten: der Pfad des Aufhörens

Studiere die Aufhörensabfolge – vom Aufhören der Unwissenheit an – als aktive Landkarte der Befreiung.

Why it works

Die Lehre des bedingten Entstehens hat zwei Seiten: samudaya (Entstehen) und nirodha (Aufhören). Die Aufhörensabfolge ist dieselbe Kette, rückwärts gelesen: Mit dem Aufhören der Unwissenheit hören die Gestaltungen auf; mit dem Aufhören der Gestaltungen hört das Bewusstsein in seiner verzerrten Form auf. Sich mit dem Aufhören zu befassen trainiert den Geist, jedes Glied als optional statt unvermeidlich zu sehen – genau diese Einsicht mildert allmählich die zwanghafte Qualität der Kette.

How to do it

  1. Lies die Aufhörensformel vollständig: „Mit dem Aufhören der Unwissenheit hören die Gestaltungen auf; mit dem Aufhören der Gestaltungen hört das Bewusstsein auf…“
  2. Notiere in der Meditation nach dem Bemerken eines Entstehens bewusst dessen Vergehen – „Entstehen, Vergehen“ – als Aufhörensabfolge.
  3. Frage nach jeder schwierigen Episode: „An welchem Glied hörte diese Kette auf, oder hätte sie aufhören können?“
  4. Das ist keine optimistische Umdeutung – es ist genau: Jede Kausalkette hört auch auf.

Evidenz

Das Vergehen und Aufhören von Erfahrung ebenso wie ihr Entstehen zu beachten ist die strukturelle Grundlage der Vipassana-Praxis, die nachgewiesene klinische Wirkungen auf Depression und Angst über mehrere Mechanismen hat. (clinical)

Kuyken et al. behandeln MBCT, nicht speziell das Studium des bedingten Entstehens; das Notieren des Aufhörens ist der gemeinsame Mechanismus.

Quellen

Häufiger Fehler

Nur die Entstehensabfolge zu studieren und so eine Landkarte des Leidens ohne Landkarte des Ausgangs zu erzeugen – die Kette ist symmetrisch, und die Aufhörensseite ist, wo die Praxis lebt.

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