Wechselseitige Abhängigkeit als tägliche Beziehungspraxis
Sieh jede Interaktion als gegenseitiges Entstehen – du triffst nicht auf eine feste Person, sondern auf einen Prozess, der teilweise durch deine Präsenz geformt wird.
Why it works
Wenn alle Phänomene bedingt entstehen, gilt das auch für die Person, mit der du in diesem Moment interagierst. Ihr Verhalten ist teilweise eine Funktion der Bedingungen, die du bereitstellst – dein Ton, deine Annahmen, deine Offenheit oder Verschlossenheit. Diese Einsicht zu halten verhindert die Verdinglichung anderer („sie ist einfach so“) und öffnet echte Reaktionsfähigkeit für die Tatsache, dass deine Präsenz Teil des kausalen Netzes ist.
How to do it
- Erinnere dich vor einem schwierigen Gespräch: „Wer diese Person in diesem Moment ist, ist teilweise dadurch bedingt, wie ich mich zeige.“
- Frage nach einer Interaktion: „Welche Bedingungen habe ich eingebracht? Habe ich die Bedingungen für Offenheit oder Abwehr geschaffen?“
- Nutze das nicht als Selbstvorwurf; nutze es als Handlungsfähigkeit – du bist eine echte Bedingung in jeder Interaktion.
Evidenz
Die relationale Rahmung von Interaktionen – gegenseitigen Einfluss zu erkennen – stimmt mit intersubjektiven Ansätzen in der Psychotherapie (Stolorow, Orange) überein und mit sozialpsychologischer Evidenz, dass sich Interaktionspartner systematisch gegenseitig im Verhalten beeinflussen. (mechanistic)
Intersubjektive Therapieforschung ist größtenteils fallbasiert; diese Praxis ist eine philosophische Anwendung des bedingten Entstehens, kein geprüftes Protokoll.
Häufiger Fehler
Wechselseitige Abhängigkeit als Verringerung individueller Handlungsfähigkeit zu behandeln („nichts ist meine Schuld, weil alles bedingt ist“) – die Lehre ist das Gegenteil: Deine Bedingungen zählen wirklich.
Übe das mit IX Coach
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