In der Lücke zwischen Gefühlston und Begehren eingreifen

Wenn ein Gefühlston entsteht (angenehm, unangenehm, neutral), halte inne, bevor das reaktive Begehren folgt.

Why it works

Vedana – die unmittelbare gefühlte Qualität jeder Erfahrung als angenehm, unangenehm oder neutral – ist der entscheidende Angelpunkt in der Kette des bedingten Entstehens. Begehren und Abneigung entstehen automatisch aus vedana, aber nur, wenn ihr ohne Einsicht Beachtung geschenkt wird. Der Bruchteil einer Sekunde zwischen dem Entstehen von vedana und dem Entstehen von Begehren ist der wichtigste Ort der Praxis: vedana zu bemerken, ohne sie sofort zu bewerten, unterbricht die automatische Bewegung ins Wollen oder Ablehnen.

How to do it

  1. Notiere in der Meditation still die Qualität des Gefühlstons jeder entstehenden Erfahrung: „angenehm… unangenehm… neutral…“
  2. Frage im Alltag, wenn eine starke Emotion entsteht: „Was ist der zugrundeliegende Gefühlston? Bewege ich mich darauf zu oder davon weg?“
  3. In dem Moment, in dem du den vedana genau benennen kannst, hat Begehren etwas weniger automatische Macht über dich.
  4. Übe dies am dringendsten mit leicht unangenehmem vedana – der niedrigschwelligen Art, die chronische Abneigung aufbaut.

Evidenz

Interozeptives Gewahrsein – die Fähigkeit, innere Gefühlszustände zu erkennen und zu benennen – reduziert automatische emotionale Reaktivität und ist ein Ziel sowohl von Achtsamkeits- als auch von KVT-Interventionen. (observational)

Craig behandelt Interozeption neurologisch, nicht die buddhistische vedana-Praxis speziell; der Mechanismus stimmt überein, aber die Studien beziehen sich nicht auf diese Praxis.

Quellen

Häufiger Fehler

Zu versuchen, vedana zu überspringen und direkt zu Gleichmut zu gelangen – ohne die Qualität des Gefühlstons genau wahrzunehmen, ist Gleichmut nur Unterdrückung in kontemplativer Verkleidung.

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