Den Gedanken als mentales Ereignis umetikettieren, nicht als Tatsache

Füge das Präfix „Ich habe den Gedanken, dass…“ hinzu, um von Verschmelzung zu Beobachtung zu wechseln.

Why it works

Sprache verschmilzt Erfahrung: „Ich bin ängstlich“ verortet Angst als Tatsache über das Selbst. „Ich bemerke, dass ich den Gedanken habe, ich sei ängstlich“ schafft eine grammatikalische Lücke zwischen Beobachterin und Inhalt. Diese Lücke – in der ACT kognitive Defusion, in der MCT metakognitive Distanzierung genannt – ist funktional: Sie reduziert die Verhaltensmacht des Gedankens, ohne dass er infrage gestellt oder widerlegt werden muss.

How to do it

  1. Erwische einen automatischen Gedanken, der Belastung verursacht.
  2. Formuliere ihn laut oder schriftlich mit dem Präfix um: „Ich habe den Gedanken, dass ___.“
  3. Bemerke, ob sich der Gedanke mit dieser Rahmung anders anfühlt.
  4. Übe die Umetikettierung, bis sie bei Intrusionen automatisch zum Standard wird.

Evidenz

Kognitive Defusionstechniken, von denen Umetikettierung ein Beispiel ist, haben experimentelle Unterstützung für die Reduktion der Glaubwürdigkeit und Belastungswirkung unerwünschter Gedanken, mit mehreren Analogstudien und einigen klinischen Studien. Masuda et al. (2009) bestätigten parametrisch, dass wiederholte Defusion sowohl die Glaubwürdigkeit als auch das Unbehagen negativer selbstbezogener Gedanken senkt. (observational)

Ein Großteil der Defusionsliteratur ist analog (laborbasiert); klinische Studienevidenz für Defusion speziell (versus ACT-Pakete) ist kleiner.

Quellen

Häufiger Fehler

Das Präfix mechanisch zu wiederholen, ohne tatsächlich die Perspektive zu wechseln – die Worte zu sagen, während man den Gedankeninhalt weiterhin voll glaubt und sich mit ihm einlässt.

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