Feedforward nutzen, um Teammitglieder vor Projektbeginn auf Ziele auszurichten
Am Projektstart Feedforward einladen, wie man erfolgreich sein kann – bevor es überhaupt Leistung zu kritisieren gibt.
Why it works
Feedforward beim Projektstart ist strukturell rein: Es gibt keine vergangene Leistung zu bewerten, sodass Vorschläge tatsächlich auf Erfolg abzielen statt rückblickende Kritik zu tragen. Das deckt außerdem die mentalen Modelle des Teams davon auf, was Erfolg erfordert, bevor die Arbeit beginnt – eine Art Pre-Mortem, das Ausrichtung schafft und blinde Flecken identifiziert, solange noch Zeit ist, sie anzugehen.
How to do it
- Nach der Definition eines neuen Projektziels das Team versammeln und fragen: „Welche Vorschläge habt ihr, wie wir das am besten schaffen könnten?“
- Alle Ideen ohne Bewertung sammeln – das ist keine Kritiksitzung.
- Nach Ideen suchen, die bei mehreren Teammitgliedern wiederkehren – das sind gemeinsame Annahmen darüber, was die Arbeit erfordert.
- Die besten Vorschläge explizit in den Projektplan aufnehmen, damit Beitragende ihren Input widergespiegelt sehen.
Evidenz
Pre-Mortem-Forschung (Klein) zeigt, dass Teams, die sich das Scheitern eines Projekts vor Beginn vorstellen, mehr Risiken und blinde Flecken aufdecken als bei nachträglicher Überprüfung. Feedforward beim Start wendet eine ähnliche prospektive Logik auf Erfolg statt Scheitern an. (mechanistic)
Pre-Mortem-Evidenz stützt prospektive Überprüfung; Feedforward beim Start ist eine verwandte, aber eigenständige Praxis, die nicht unabhängig getestet wurde.
Quellen
- Klein (2007), performing a project premortem, Harvard Business Review
- Klein, G. (2007). Performing a project premortem. Harvard Business Review, 85(9), 18–19.
- Mitchell, D. J., Russo, J. E., & Pennington, N. (1989). Back to the future: Temporal perspective in the explanation of events. Journal of Behavioral Decision Making, 2(1), 25–38.
Häufiger Fehler
Die Feedforward-Sitzung zum Projektstart durchführen, den Input dann aber nicht sichtbar einbauen – was dem Team beibringt, dass Feedforward Beteiligungstheater ist, kein echter Input-Kanal.
Übe das mit IX Coach
More practices for Feedforward: Zukunftsorientiertes Feedback, das Verhalten wirklich ändert
- Nach Ideen für die Zukunft fragen, nicht nach Einschätzungen der Vergangenheit
Ersetze „wie habe ich es gemacht?“ durch „welche Ideen hast du, wie ich es besser machen könnte?“
- Jeden Vorschlag nur mit „danke“ entgegennehmen
Alles Feedforward ohne Debatte, Rechtfertigung oder auch nur Zustimmung annehmen – einfach anerkennen und notieren.
- Feedforward als konkrete, umsetzbare Ideen geben – nicht als allgemeine Ermutigung
Beim Geben von Feedforward zwei konkrete Verhaltensideen anbieten, kein Lob und keine abstrakte Beratung.
- Leistungsbeurteilungsgespräche durch Feedforward-Gespräche ersetzen
In Coaching-Gesprächen fragen „was könntest du anders machen?“ statt „was ist schiefgelaufen?“
- Sich selbst Feedforward-Fragen als tägliche Reflexionspraxis stellen
Ersetze „was habe ich heute falsch gemacht?“ durch „was werde ich morgen anders machen?“
- Eine No-Argument-Regel in Feedforward-Austauschen etablieren
In strukturierten Feedforward-Austauschen bewertet oder debattiert keine der beiden Seiten die Vorschläge – nur zuhören und notieren.
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