Melete Thanatou – Meditation über den Tod

Denke kurz über deinen eigenen Tod nach, um zu klären, was wirklich zählt.

Why it works

Hadot verfolgt die „Meditation über den Tod“ durch Platon, die Stoiker und Epikur – jeder nutzt sie unterschiedlich, aber aus verwandten Gründen. Sich den Tod vorzustellen unterbricht die Annahme unbegrenzter Zeit, die die Hauptbedingung für das endlose Aufschieben dessen ist, was zählt. Es ist keine morbide Praxis, sondern eine der Wertklärung: Was du bereuen würdest, nicht getan zu haben, ist ein zuverlässiges Signal dafür, was dir tatsächlich jetzt wichtig ist.

How to do it

  1. Nimm dir drei Minuten für eine strukturierte Kontemplation – kein Grübeln.
  2. Frag: Wenn dies mein letzter Tag wäre, was würde ich am meisten bereuen, nicht getan, gesagt oder gewesen zu sein?
  3. Identifiziere ein Ding, das die Kontemplation als wirklich wichtig aufdeckt und das du aufgeschoben hast.
  4. Handle heute danach, auch in noch so kleiner Form.

Evidenz

Terror-Management-Theorie und Forschung zur Mortalitätssalienz zeigen, dass Erinnerungen an den Tod Menschen hin zu dem verschieben, was ihnen wirklich wichtig ist, auch wenn der Effekt komplex und kontextabhängig ist. (observational)

Mortalitätssalienz-Forschung zeigt sowohl prosoziale als auch defensive Reaktionen, je nach Kontext; die philosophische Praxis, die Hadot beschreibt, ist eine bewusste, strukturierte Version, die auf den wertklärenden Effekt zielt, nicht auf den defensiven.

Quellen

  • Greenberg, J., Solomon, S. & Pyszczynski, T. (1986), The causes and consequences of the need for self-esteem, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Die Praxis in ängstliches Grübeln über den Tod abgleiten zu lassen, statt sie als fünfminütiges Werkzeug zur Wertklärung zu nutzen. Die Sitzung sollte mit einer Handlung enden, nicht mit gesteigerter Angst.

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